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Lehrer sollen sich bei Finnen eine Scheibe abschneiden

Studenten im Hörsaalzentrum der TU Dresden. Foto: TUD

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Ifo-Studie: Schüler sind so gut wie ihre Pädagogen

München, 2. Juli 2018. Wenn Deutschland und andere Staaten bei den Pisa-Schultest besser abschneiden wollen, müssen sie zu allererst das Qualifikationsniveau der Lehrer weiter heben. Darauf weist eine Studie des Wirtschaftsforschungs-Instituts „Ifo“ aus München hin. „Die großen internationalen Leistungsunterschiede bei Schülern, wie sie etwa in den PISA-Studien beobachtet werden, entstehen auch durch Unterschiede in den Kompetenzen der Lehrer“, schätzte ifo-Wissenschaftler Marc Piopiunik ein.

Fachliches Niveau von Lehrern und Schülern hängt eng zusammen

Die Forscher hatten für 31 Länder die Leistungen der Lehrer im Rechnen, Lesen und anderen Disziplinen mit den Leistungen der Schüler verglichen. Dabei zeigte sich „ein systematischer und eindeutiger Zusammenhang: Je höher die Kompetenzen der Lehrer, desto besser die Leistungen der Schüler in PISA“, informierte das Institut.

Japanischer Lehrer auf dem Level eines kanadischen Doktors

„Im internationalen Vergleich zeigen sich erhebliche Unterschiede“, erklärte Piopiunik. „So entspricht das Niveau der Lehrkräfte in Chile und in der Türkei dem von kanadischen Erwachsenen, die lediglich eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Die Kompetenzen von Lehrkräften in Japan und Finnland hingegen sind vergleichbar mit denen von Kanadiern, die einen Master- oder einen Doktortitel erworben haben.“

Internationale Leistungsunterschiede können um ¼ verringert werden

Sein Kollege Simon Wiederhold von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt folgerte: „Würde es allen untersuchten Ländern gelingen, ihre Lehrer auf das Niveau der finnischen Lehrer zu bringen, die international die höchsten Rechen- und Lese-Kompetenzen haben, würden sich die internationalen Unterschiede in den Schüler-Leistungen um rund ein Viertel verringern.“

Autor: Heiko Weckbrodt