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Elektrodenkessel als Energiespeicher

Auch das Kraftwerk an der Nossener Brücke in Dresden gehört zur Drewag. Foto: Drewag
Das Kraftwerk an der Nossener Brücke in Dresden gehört zur Drewag. Foto: Drewag

Dresdner Stadtwerke bauen für 6 Millionen Euro einen Strom-Wärme-Speicher

Dresden, 30. Juni 2017. Als Energie-Zwischenspeicher für Stromspitzen bauen die Dresdner Stadtwerke neben dem Kraftwerk „Nossener Brücke“ einen großen Elektroden-Heizkessel. Das hat die Drewag heute angekündigt. Der Elektrodenkessel soll auf bis zu 40 Megawatt Leistung kommen. Die Stadtwerke kalkulieren mit reichlich sechs Millionen Euro Kosten für den Neubau und die Ausrüstung.

Projektmanager Thomas Dautert prüft die Einschub-Akkus im Batterie-Großspeicher der Drewag in Dresden-Reick. "Notfalls könnten wir damit einen Vier-Personen-Haushalt 200 Tage lang mit Strom versorgen", sagt er. Foto: Heiko Weckbrodt
Projektmanager Thomas Dautert prüft die Einschub-Akkus im Batterie-Großspeicher der Drewag in Dresden-Reick. „Notfalls könnten wir damit einen Vier-Personen-Haushalt 200 Tage lang mit Strom versorgen“, sagt er. Foto: Heiko Weckbrodt

Drewag testet bereits Batteriespeicher

Hintergrund ist letztlich die deutsche Energiewende. Weil zum Beispiel Wind- und Solaranlagen ihren Strom viel tageszeit-abhängiger einspeisen als etwa Atom- oder Kohlekraftwerke, kommt es auch viel öfter zu Stromspitzen in den Netzen. Um diese Spitzen abzufangen und die Netze zu stabilisieren, erproben die Dresdner Stadtwerke seit einiger Zeit verschiedene Speichertechnologien. So hat die Drewag in Dresden-Reick vor zwei Jahren den größten Batterie-Speicher Sachsens gebaut, um kurze und schnelle Netzschwankungen auszugleichen. Außerdem hat das kommunale Unternehmen die „vorhandene Wärmespeicherkapazität im zentralen Dresdner Fernheiznetz“ deutlich erweitert. Erst kürzlich hatte die die Drewag begonnen, die Warmwasserspeicher-Silos im Innovationskraftwerk Dresden-Reick vür acht Millionen Euro zu erweitern.

Die Bildmontage zeigt das Innovationskraftwerk Reick mit den bereits gebauten, 30 Meter hohen Warmwassertanks und daneben die geplanten neuen Energiespeicher (grau). Foto und montage: Drewag
Die Bildmontage zeigt das Innovationskraftwerk Reick mit den bereits gebauten, 30 Meter hohen Warmwassertanks und daneben geplante neue Energiespeicher (grau). Foto und montage: Drewag

40-Megawatt-Kessel soll Stromspitzen sekundenschnell abfangen

Auch der geplante Elektrodenheizkessel soll „überschüssige Strommengen im Wesentlichen aus erneuerbaren Energien in speicherbare Wärme umzuwandeln, die letztlich in das Fernwärmenetz eingespeist wird“, wie Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann mitteilte. „Die neue Anlage ist dafür ausgelegt, innerhalb von Sekunden auf ein schwankendes Stromangebot zu reagieren und hilft damit, das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage im Stromnetz stabil zu halten.“ Baustart für die neue Anlage an der Fabrikstraße ist im Juli 2017.

Hitze durch Wasserwiderstand statt Spulen

Zum technologischen Hintergrund: Klassische elektrische Heizungsanlagen erwärmen Wasser, indem sie Strom durch Widerstandsspulen jagen – ein nicht sehr effektives Verfahren. In den neueren Elektrodenkesseln hingegen hängen die Strompole direkt im Wasser. Legt der Betreiber hochspannigen Wechselstrom an, erwärmt sich das Wasser durch den Eigenwiderstand gegen die wechselnden Strömflüsse. Zum Beginn der Heizperiode 2018/2019 soll der Elektroden-Großkessel betriebsbereit sein. hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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