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Sachsen will mit intelligenter Verkehrs-Netzen punkten

Eine Mitarbeiterin überprüft im BMW-Werk Leipzig den Lade-Anschluss für den neuen Hybrid-BMW 225xe. Foto: BMW

Eine Mitarbeiterin überprüft im BMW-Werk Leipzig den Lade-Anschluss für den neuen Hybrid-BMW 225xe. Foto: BMW

Kabinett beschließt Rahmenkonzept zur Automobilität der Zukunft

Dresden, 28. April 2017. Sachsen soll ein Vorzeigeland für Elektromobilität, automatisches Fahren und intelligente Verkehrsvernetzung werden. Dafür haben Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) heute bei einem Besuch in der gläsernen Volkswagen-Manufaktur in Dresden „einen kräftigen Schub“ angekündigt.

Wirtschaftsminister Martin Dulig testet in Dresden eine AR-Digitalbrille „HoloLens“ von Microsoft. Mit solchen und ähnlichen Systemen will die T-Systems MMS einen großen Flugzeughersteller ausstatten, damit dessen Dispatcher zum Beispiel Notfall-Übungen, den Einsatz von Technikern und von Robotern per „Erweiterter Realität“ (Augmented Reality = AR) koordinieren können. Foto: Heiko Weckbrodt

Wirtschaftsminister Martin Dulig. Foto: Heiko Weckbrodt

Verkehrsmittel besser vernetzen

Das sächsische Kabinett hat laut Staatskanzlei in dieser Woche ein Rahmenkonzept zur Automobilität der Zukunft im Freistaat Sachsen beschlossen. Im Mittelpunkt stehe „die Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme, bei denen es um die optimale Vernetzung von verschiedenen Verkehrsträgern untereinander sowie mit der dafür erforderlichen Infrastruktur geht“.

Durch reaktionszeiten unter 1 Millisekunde soll die 5. Mobilfunk-Generation ("5G") imstande sein, Dutzende, ja Hunderte Roboterautos so miteinander zu vernetzen, dass Zusammenstöße nahezu ausgeschlossen sind und viel Straßen-Neubau wegfallen kann - weil die Pisten dann dichter mit schnell fahrenden Autos "gepackt" werden können. Die Koordination sollen winzige Supercomputer mit Millionen Rechnerkernen übernehmen, die bis 2030 an der TU Dresden entwickelt werden sollen. Foto (bearbeitet: Heiko Weckbrodt

Durch Reaktionszeiten unter 1 Millisekunde soll die 5. Mobilfunk-Generation („5G“) imstande sein, Dutzende, ja Hunderte Roboterautos so miteinander zu vernetzen, dass Zusammenstöße nahezu ausgeschlossen sind und viel Straßen-Neubau wegfallen kann – weil die Pisten dann dichter mit schnell fahrenden Autos „gepackt“ werden können. Die Koordination sollen winzige Supercomputer mit Millionen Rechnerkernen übernehmen, die bis 2030 an der TU Dresden entwickelt werden sollen. Foto (bearbeitet: Heiko Weckbrodt

Schnittstellen zur Industrie 4.0

Dabei denken die Wirtschaftspolitiker aber auch an einen weiteren selbstgewählten sächsischen Technologie-Schwerpunkt: Die Entwicklung von hochautomatisierten, vernetzten Fabriken der „Industrie 4.0“. „Automobile Wertschöpfung wird sich grundlegend verändern“, schätzte Minister Dulig ein. „Bereits heute erfolgt 75 Prozent der Wertschöpfung im Zulieferbereich. Wir gehen davon aus, dass dieser Anteil wächst. Die sich hier mit der Elektrifizierung, der Digitalisierung sowie der Automatisierung ergebenden Chancen wollen wir für die wirtschaftliche Entwicklung Sachsens nutzen.“

Meister Rainer Jopp bei der Endkontrolle für den 1. e-Golf in der Gläsernen VW-Manufaktur Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Meister Rainer Jopp bei der Endkontrolle für den 1. e-Golf in der Gläsernen VW-Manufaktur Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

In Sachsen arbeiten bereits zahlreiche Institute und Unternehmen an Konzepten für Elektro-Fahrzeuge, autonome Navigationssysteme und vernetzte Verkehrsmittel. VW hat kürzlich die Produktion des neuen eGolfs in Dresden gestartet, BMW baut einen Teil seiner Hybrid- und Elektroautos in Leipzig, die Dresdner Verkehrsbetriebe testen sensorgespickte Straßenbahn-Strecken mit einer Verkehrsfluss-Steuerung, die sich an die aktuelle Staulage anpasst. Außerdem forschen die TU Dresden, das Fraunhofer-Verkehrsinstitut IVI, das 5G Lab und viele weitere Einrichtungen in Sachsen an diesen Themenkomplexen. Zudem baut Daimler in Kamenz derzeit sein Batteriewerk aus.

Volkswagen hat neben der Gläsernen Manufaktur Dresden eine Gratis-Strom-Tankstelle eröffnet. Foto: Heiko Weckbrodt

Bis zu vier Elektroautos können gleichzeitig an der Gratis-Elektrotankstelle neben der VW-Manufaktur Dresden am Straßburger Platz tanken. Foto. Heiko Weckbrodt

Leuchttürme fehlen noch und Ladenetze sind zu dünn

Noch fehlt es aber an finanzstark ausgestatteten Leuchtturm-Projekten für E-Mobilität und autonomes Fahren. Auch gibt es zum Beispiel noch keine flächendeckenden Lade-Stationsnetze für E-Autos – was wiederum mit der geringen Verbreitung solcher Fahrzeuge zu tun hat. Um diesen gordischen Knoten zu zerhauen, will das Land mit gutem Vorbild vorangehen und mehr Elektroautos anschaffen. Der Freistaat hat unter anderem bereits die Polizei mit 44 E-Fahrzeugen ausgestattet. hw

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