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Südamerikaner wollen Dresdner Superbus

Außenaufnahme der 30 Meter langen Autotram. Abb.: IVI

Außenaufnahme der über 30 Meter langen Autotram. Abb.: IVI

Autotram-Produktion ist aber durch Putin-Embargo ausgebremst

Dresden, 7. November 2014: Mehrere südamerikanische Verkehrsbetriebe haben ein starkes Interesse daran, den in Dresden entwickelten längsten Bus der Welt, die „Autotram Extra Grand“, auf kommunalen Schnellbus-Strecken einzusetzen, um wachsende Passagierströme zu bewältigen. Das teilte Prof. Matthias Klingner mit – er leitet das Dresdner Fraunhofer- Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI), das den Hightech-Bus entwickelt hatte. Aber auch hier zeigt sich, dass in der heutigen Weltwirtschaft alles mit allem zusammenhängt: Ein Putin-Embargo erschwert nämlich die weiteren Verhandlungen.

Busbauer Göppel gerät durch Ukraine-Krise ins Schleudern

IVI-Leiter Dr. Matthias Klingner mit der Test Hybridbus-Teststrecke im Hintergrund, die wie eine "8" in den Hang geschnitten und dann wieder begrünt wurde. Foto: Heiko Weckbrodt

IVI-Leiter Dr. Matthias Klingner mit der Test Hybridbus-Teststrecke im Hintergrund. Foto: Heiko Weckbrodt

Hintergrund: Die IVI-Ingenieure hatten den 30,7 Meter langen Bus als Plattform für neueste Fahrzeugtechnologien entwickelt: Mit einer neuartigen Mehrachslenkung, Platz für bis zu 256 Passagiere, Elektro-Diesel-Hybridantrieb, Superkondensatoren und dergleichen mehr. Gebaut wird die „Autotram Extra Grand“ beim thüringischen Bushersteller „Göppel“ aus Nobitz bei Altenberg. Der ging jedoch fast pleite, wurde 2013 schließlich von den St.-Petersburger Kirow-Werken übernommen – in der Hoffnung, dadurch große Busaufträge für den russischen Markt an Land zu ziehen. 2014 jedoch verschärfte sich die Ukraine-Krise und Russlands Präsident Wladmir Putin verhänge ein Embargo über Nutzfahrzeuge aus dem Westen. „Nun versuchen wir alle, das Unternehmen Göppel irgendwie zu retten“, sagt Klingner. „Die Leute dort haben einzigartiges Know-How für die Autotram.“

Video von der Autotram (hw):

Ecuadors Hauptstadt Quito will Autotram für Schnellstrecken

Und für den darauf basierenden Superbus interessieren sich jetzt verstärkt Kommunen in Kolumbien, Chile und Ecuador, darunter auch die ecuadorianische Hauptstadt Quito. Anders als im stark regulierten Deutschland mit seinen verwinkelten Städten könnte die „Autotram“ dort nämlich unproblematisch auf innerstädtischen Bus-Schnellstrecken eingesetzt werden. Und könnte mit seinen größeren Fahrgast-Kapazitäten helfen, die steigenden Passagierströme in südamerikanischen Großstädten in den Griff zu bekommen. Autor: Heiko Weckbrodt

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