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Dresdner testet Schnellade-Elektrobus im Linienbetrieb

Der Elektrobus mit ausgefahrendem Schnelllade-Arm. Foto: Fraunhofer-IVI / DVB

Der Elektrobus mit ausgefahrendem Schnelllade-Arm. Foto: Fraunhofer-IVI / DVB

Fraunhofer-Pilotbus tankt binnen 6 Minuten Strom an Haltestelle nach

Dresden, 2. November 2014: Ein Schnellade-Elektrobus geht morgen in Dresden probeweise in den Linienbetrieb: Er wird nun werktags auf der Strecke „61“ zwischen Gruna und Löbtau eingesetzt, den „Saft“ für seinen Lithium-Polymer-Akku auf dem Dach saugt er sich binnen sechs Minuten am Betriebshof Gruna über einen ausfahrbaren Starkstrom-Schwenkarm. Das haben die „Dresdner Verkehrsbetriebe“ (DVB) und das Dresdner „Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme“ (IVI) angekündigt, die das Projekt gemeinsam betreuen.

Ab Frühjahr 2015 reguläre Elektrobuslinie zwischen Mickten und Übigau

Das Ziel sind Busse, die ihre Akkus im Linienbetrieb nachladen: Während die Passagiere an den Haltestellen ein- und aussteigen, brauchen solche Busse nur wenige Minuten einen Kontakt zu berühren, um genug Strom zu tanken, damit sie mindestens bis zur nächsten Haltestelle kommen. Dafür wird möglicherweise zukünftig auch kein Dach-Arm wie bei früheren O-Bussen mehr nötig sein, sondern ein Kontakt an der Bahnsteigkante. Die DVB wollen die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt später verwerten, um ab dem Frühjahr 2015 eine reguläre E-Bus-Linie „79“ zwischen Mickten und Übigau zu starten. Dafür haben sie einen größeren Elektrobus der polnischen Firma „Solaris“ bestellt.

Mitfahren erwünscht

Wer im neuen Elektrobus mal mitfahren will: Zu erkennen ist er an der grün-weißen Lackierung. Werktags startet der E-Bus zwischen 6 und 19 Uhr er immer zur Minute 43 in Gruna und zur Minute 08 in Löbtau. Er verstärkt damit den normalen Busbetrieb auf dieser Linie.

Pilotprojekt kostet 8,3 Millionen Euro

Die Visualisierung zeigt die technologische Innenansicht der "Autotram Extra Grand". Abb.: Fraunhofer IVI

Die Visualisierung zeigt die technologische Innenansicht der „Autotram Extra Grand“. Abb.: Fraunhofer IVI

Der mit zwölf Metern eher kurze Bus wurde von der ostdeutschen Firma „Göppel“ gebaut und war in den vergangenen Monaten bereits im Testbetrieb auf Dresdner Straßen unterwegs – allerdings bisher ohne Fahrgäste. Er soll insbesondere effiziente „Nachtank“-Systeme für Elektrobusse erproben. Der stromstarke Dachabnehmer ist eine Gemeinschaftsentwicklung des IVI und der Salzburger „Schunk Bahn- und Industrietechnik GmbH“. Die Ladestation hatte die Dresdner „M&P motion control and power eletronics GmbH“ entwickelt. Das Bundesforschungsministerium finanziert 55 % der rund 8,3 Millionen Euro für das Pilotprojekt. Das Fraunhofer-IVI entwickelt bereits seit geraumer Zeit neuartige Antriebe, Energie-Rückgewinner, Schnelllade-Systeme und andere Technologien für den Öffentlichen Personannahverkehr (ÖPNV) der Zukunft – insbesondere mit der fahrenden Technologien-Plattform „Autotram„. Autor: Heiko Weckbrodt

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