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Fraunhofer kleidet Häuser und Laster gegen Diebe ein

Alarmtextilie mit einem Detektornetz aus leitfähigem Garn und Mikrocontroller. Abb.: Fraunhofer IZM

Alarmtextilie mit einem Detektornetz aus leitfähigem Garn und Mikrocontroller. Abb.: Fraunhofer IZM

Berlin, 4. September 2012: Wenn ein Autobahn-Brigant künftig wieder mal versucht, eine Lasterplane nächtens auf dem Rastplatz aufzuschlitzen, während der Fahrer schläft, muss fortan mit sofortiger Entdeckung rechnen: Das „Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration“ (IZM) hat nämlich alarmschlagende Textilien entworfen. Die sind mit einem Netz leitfähigen Garns und Mikro-Kontrollbausteinen durchzogen, die sofort erkennen, wenn und wo ein Dieb eindringt.

Der intelligente Stoff eigne sich auch als Diebstahlschutz für Häuser, glauben die Fraunhofer-Forscher: „Damit ließe sich eine neue Art des unsichtbaren Gebäudeschutzes verwirklichen“, erklärte Projektleiter Erik Simon vom IZM. Möglich wäre zum Beispiel, das Textil als zweite Lage zusätzlich zu der Unterspannbahn eines ziegelgedeckten Hauses einzuziehen. Für Museen mit wertvoller Sammlung, Juweliere oder auch Banken wäre das eine gute Lösung. Alternativ ließe sich der Stoff auch in Beton- und Leichtbauwände integrieren, etwa um Banktresore abzusichern. Denkbar sei auch, Bodenbeläge damit zu versehen.

Hergestellt wird die Alarm-Textilie von der Baden-Württembergischen Firma „Ettlin Spinnerei und Weberei Produktions GmbH“, die das Material zum Patent angemeldet hat. Auch Kosten und Robustheit wurden laut Fraunhofer bereits ausgiebig getestet: Statt teurer Lichtleiter werden relativ billige leitfähige Garne eingewebt und die Alarmtextilie hält selbst stundenlange Wäschegänge und Tempraturunterschiede zwischen minus 40 und plus 85 Grad aus, wie Tests ergeben haben. hw

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