Alle Artikel mit dem Schlagwort: Subventionen

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsens Unis beantragen Exzellenz-Millionen

Dresden/Bonn, 3. April 2017. Die Unis Dresden, Leipzig, Freiberg und Chemnitz haben insgesamt 14 Anträge bei der „Deutschen Forschungsgemeinschaft“ (DFG) in Bonn eingereicht, um in der nächsten Förderrunde Millionenzuschüsse außer der Reihe für exzellente Forschungsprojekte zu ergattern. „Die derzeit von der Exzellenzinitiative geförderten Universitäten in Sachsen haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sich Exzellenzniveau in der Forschung auf internationalem Spitzenniveau und regionale Verantwortung vor Ort nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig bedingen“, kommentierte die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange die Antragswelle. „Auf diesen Impuls bauen wir auch in der Exzellenzstrategie.“

Ist Infineons neues Dresdner Chipwerk ein Potemkinsches Dorf?

Nur 100 neue Jobs in größtenteils leerer Leistungshalbleiter-Fab Dresden, 14. Januar 2014: Infineon hat in seiner jüngsten, staatlich geförderten Dresdner Chip-Fabrik für Leistungshalbleiter höchstens rund 100 von eigentlich 250 versprochenen neuen Jobs geschaffen – und damit noch weniger als bisher angenommen. Wie ein Informant aus dem Unternehmensumfeld der „Oiger“-Redaktion in Reaktion auf anderslautende Berichte mitteilte, sollen sogar gar keine neuen Arbeitsplätze in der 300-Millimeter-Chipfabrik entstanden sein und diese größtenteils leer stehen.

Eine Fraunhofer-Mitarbeiterin kontrolliert im Reinraum des Dresdner Photonik-Institut, der für 45 Millionen Euro modernisiert werden soll. Abb.: IPMS

Tillich rechnet mit 200 Millionen Bundes-Euros für Sachsens Chipbranche

Sachsens MP nach Besuch bei Kanzlerin optimistisch Dresden, 12. Februar 2014: Nach einem Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich ihr Parteikollege und sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich heute optimistisch gezeigt, dass der Bund die vom Freistaat gewünschten 200 Millionen Euro für Sachsens Halbleiterbranche herausrückt. Er sehe eine „wachsende Bereitschaft“ beim Bund, die Mikroelektronik als Schlüsseltechnologie für die gesamte Industrie auch besonders zu fördern – und dies speziell am Hightech-Standort Dresden. „Der Kanzlerin ist klar, dass das ohne öffentliches Geld nicht geht”, sagte der Ministerpräsident am Rande einer Präsentation des Nanoelektronik-Forschungsverbundes “Silicon Saxony” in Dresden.

Frankreich steckt 3,5 Milliarden Euro in Nanoelektronik-Ausbau

Grenoble, 24. Juli 2013: Der französisch-italienische Chiphersteller STMicroelectronic, das LETI-Labor sowie weitere Partner investieren 3,5 Milliarden Euro in den Nanoelektronik-Standort Grenoble (Frankreich) investieren, 600 Millionen Euro steuert der französische Staat bei. Das hat Premierminister Jean-Marc Ayrault (Sozialistische Partei) angekündigt. Mit dieser Forschungs-Initiative „Nano2017“ soll die französische Mikroelektronik ihre Wettbewerbsfähigkeit gegen die Konkurrenz aus den USA, aus Taiwan und Europa verbessern.

Sachsen beknien Ministerin Wanka um mehr Chip-Geld

Dresden, 8. Juli 2013: Um für mehr Geld und Hilfe vom Bund für den Mikroelektronik-Standort Dresden zu werben, hat die sächsische Forschungsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) ihre Bundeskollegin Johanna Wanke (CDU) heute nach Dresden geschleppt, ihr das 3D-Chipforschungszentrum ASSID und andere Elektronikaktivitäten in Sachsen vorgeführt. Am Mittag bekam die Bundesforschungsministerin dann von den Dresdner „Cool Silicon“-Forschern mit dem „Nano Scout“ ein neues Schülerhandbuch über die Mikro- und Nanoelektronik in die Hand gedrückt. Dresdner kreieren 1. Nanoelektronik-Schülerhandbuch „Unsere Leidenschaft ist die Mikro- und Nanotechnologie”, betonte „Cool Silicon“-Koordinator Prof. Thomas Mikolajick. „Diese möchten wir auch in der nächsten Generation wecken. Der ,NanoScout’ ist nun das erste Handbuch, dass die Faszination Mikroelektronik in einer schülergerechten Art darstellt. „Wir haben die Gespräche genutzt, um Frau Prof. Wanka die Bedeutung der Schlüsseltechnologie Mikroelektronik für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Industrie zu vermitteln und bei der Bundesregierung um mehr Unterstützung für den Erhalt des Mikroelektronikstandorts Deutschland sowohl in der Forschung als auch in der Produktion zu werben“, erklärte hinterher von Schorlemer. „Bund und Freistaat müssen hier sowohl in finanzieller Hinsicht …

Sachsen hat 380 Millionen Euro für Unternehmensinvestitionen zugeschossen

Dresden, 20. Januar 2013: Über 380 Millionen Euro hat der Freistaat Sachsen im vergangenen Jahr aus dem Programm „Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) ausgezahlt, um Investitionen von Unternehmen zu befördern und wirtschaftsnahe Ausgaben der Kommunen – zum Beispiel für Gewerbegebiete – zu unterstützen. Das teilte heute der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) mit. Für 2013 stünden aus dem GRW-Topf rund 384 Millionen Euro zur Verfügung, im Folgejahr sinkt das verfügbare Fördervolumen dann allerdings auf 328 Millionen Euro.

„EE Times“: Globalfoundries-Chef kritisiert Industriepolitik der EU

San Francisco/Brüssel, 22. Dezember 2012: Globalfoundries-Chef Ajit Manocha hat laut einem Bericht des Technik-Nachrichtenportals „EE Times“ die Industriepolitik der EU als „fatalen Fehler“ kritisiert. Die Kommission fokussiere ihre Förderpolitik zu sehr auf Innovationen, unterstütze die Produktionsüberführung dieser Erfindungen aber, zitiert das Portal den Chef des US-Auftragsfertigers, der in Dresden auch einen großen Chipproduktions-Standort in Europa betreibt.

Mikroelektronik-Förderung hat sich für Sachsen rentiert

Dresden, 1. November 2012: Die aktive Hochtechnologie-Förderpolitik hat sich bisher für die Sachsen ausgezahlt, obgleich sie mit hohen Anlaufkosten verbunden ist. Das legen mehrere Studien und Analysen zur – in der Vergangenheit immer wieder umstrittenen – sächsischen Mikroelektronik-Förderung nahe. Demnach hängen an jedem Job in den Chipwerken mindestens zwei weitere im Umfeld. Und auf jeden zwischen 1994 und 2008 als Förderung geflossenen Euro kommen laut den Studien etwa 1,8 bis zwei Euro gesellschaftliche Rückflüsse.

660 Millionen Euro Steuergelder in Dresdner Chipindustrie geflossen

Dresden, 31.5.2012: Land, Bund und EU haben die sächsische Mikroelektronik seit der Jahrtausendwende mit insgesamt rund 662 Millionen Euro Investitions- und Forschungsbeihilfen bezuschusst – damit profitierte die Halbleiterbranche im Vergleich zu anderen Industriezweigen weit überdurchschnittlich von staatlichen Beihilfen. Das geht aus einer Antwort des sächsischen Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Plauener Landtagsabgeordneten Frank Heidan (CDU) hervor.

“Handelskrieg”: Solarworld erwägt Anti-Dumping-Klage gegen China bei der EU

Bonn, 5.12.2011: Solarworld-Chef Frank Asbeck erwägt eine Anti-Dumping-Klage gegen chinesische Solarzellhersteller bei der EU. Das teilte das in Bonn ansässige Unternehmen, das einen Großteil seiner Solarzell- und -modulefabriken in Freiberg betreibt, mit. Asbeck sprach von einem “Handelskrieg” der Chinesen, die mit subventionierten Produkten die europäischen und amerikanischen Solarfirmen aus dem Markt zu drängen versuchen würden.

Sachsen rechnet mit Wende der EU bei Hightech-Förderung

  Dresden, 21.10.2011. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) geht davon aus, dass die EU-Kommission ihre bisher restriktive Subventionspolitik bei Schlüsseltechnologien wie der Mikroelektronik demnächst teilweise liberalisieren wird. „Im Juni 2012 wird die EU-Kommission voraussichtlich ihre neue Strategie für die Key Enabling Technologies vorstellen“, sagte er gestern in Dresden. Dabei berief er sich auf einen Treffen in Straßburg mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia.

Subventionswettlauf um Chipfabriken geht weiter

Jerusalem/Santa Clara/Dresden/New York, 31.7.2011: Israel hat Intel jetzt bis zu eine Milliarde Schekel (202 Millionen Euro) Subventionen angeboten, wenn der US-Halbleiterkonzern aus Santa Clara seine Chipfabrik in Kiryat Gat für umgerechnet 1,9 Millliarden Euro ausbaut und dort rund 1500 bis 2500 neue Jobs schafft. Das berichtet “EE Times” unter Berufung auf israelische Zeitungen. Die Regierung habe Intel zuvor umgerechnet 139 Millionen Euro Beihilfen versprochen, doch das sei dem Konzern zu wenig gewesen. Zahlreiche Länder buhlen um Großansiedlungen Damit setzt sich der weltweite Subventionswettlauf um große Industrieansiedlungen weiter fort. Dabei ist Israel sogar noch zurückhaltend, wenn das Land rund elf Prozent der Investitionssumme als Beihilfe anbietet. Zum Vergleich: Im EU-Raum sind – je nach Investitionshöhe und Region – Beihilfen zwischen zehn und 50 Prozent zulässig und werden oft auch gewährt. In den USA wiederum hatte der Bundesstaat New York direkte und indirekte Hilfen im Wert von bis zu einer Milliarde Dollar für die neue 4,2-Milliarden-Dollar-Fabrik von Globalfoundries zugesagt. Dies entspricht einer Subventionsquote von 24 Prozent. Inklusive Steuererleichterungen soll sich die Quote angeblich sogar an die 30 …

Neue Infineon-Fab: Bitterer Beigeschmack bleibt

Oigers Kommentar Dresden, 29.7.11: Infineon investiert 250 Millionen Euro – vielleicht bald sogar mehr – in Dresden, kündigt 250 neue Jobs an und das ist zweifellos erfreulich. Ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch. Denn den Großreinraum, in dem die neue Fabrik für Leistungshalbleiter eingerichtet wird, hat Infineon im Mai für 101 Millionen Euro aus der Insolvenzmasse seiner pleite gegangenen Tochter Qimonda gekauft. Und da ist ein Blick zurück angebracht: Diese Speicher-Megafab entstand ab dem Jahr 2000 als SC 300 unter Regie von Siemens/Infineon, kostete damals umgerechnet etwa eine Milliarde Euro, wovon etwa 20 Prozent Subventionen, also Steuergelder waren. Und da sind die Folgeinvestitionen und späteren Technologiefördergelder noch gar nicht eingerechnet. Doch als Qimonda Anfang 2009 in die Insolvenz ging, unternahm die Mutter Infineon nicht allzu viel, um die Tochter zu retten – wobei man der Fairness halber sagen muss, dass Infineon damals das Wasser selbst bis zum Hals stand und die Qimonda-Chefetage die Pleite größtenteils selbst verschuldet hatte. Im Ergebnis waren jedenfalls allein in Dresden auf einen Schlag über 3000 Arbeitsplätze futsch und dies hinterließ nicht …

EU genehmigt Millionen-Beihilfen für Dresdner Chipwerk

Dresden/Brüssel, 13.7.11:  Die EU-Kommission in Brüssel hat die deutschen Subventionen für den Chipwerk-Ausbau von Globalfoundries (GF) in Dresden genehmigt. Der Bund kann das Vorhaben damit in einem Umfang von 219 Millionen Euro bezuschussen. Das entspricht etwa elf Prozent der rund zwei Milliarden Euro Gesamtinvestition, die GF derzeit in Dresden verbaut. In der Vergangenheit hatten Bund, Freistaat Sachsen und die EU die Chipwerk-Investitionen von AMD, Infineon & Co. in Dresden teils sogar mit bis zu 20 Prozent der Gesamtsumme bezuschusst. Inzwischen hat der Bund jedoch seine Hilfen zurückgefahren und die Kommission in Brüssel achtet immer strenger auf Beihilfe-Obergrenzen im EU-Raum. „Wir freuen uns sehr“, kommentierte die Dresdner GF-Geschäftsführerin Elke Eckstein die jüngste Kommissions-Entscheidung. „Wir schaffen augenblicklich Hunderte neuer Stellen und auch die Investitionen werden zum ökonomischen Aufschwung der gesamten Region beitragen. Wir haben gerade mehr als 300 offene Stellen für Ingenieure, Techniker und Hightech Fachkräfte in Dresden.” Derzeit beschäftigt der Halbleiter-Auftragsfertiger (Fachbegriff: „Foundry“) in Dresden über 3100 Mitarbeiter. GF – das die früheren AMD-Chipwerke in Dresden übernommen hatte – erreichtet derzeit einen Anbau (Annex), erweitert das …