Alle Artikel mit dem Schlagwort: Microelectronics

Analysten: US-Wahljahre sind stets gut für Chipindustrie

Scottsdale, 7.3.2012: Das Marktforschungsunternehmen “IC Insights” (Scottsdale/Arizona) hat einen interessanten Zusammenhang entdeckt: Wenn in den USA wichtige Wahlen anstehen, macht die weltweite Halbleiterindustrie im gleichen Jahr fast immer ungewöhnlich gute Geschäfte. Grund: Im Wahljahr wollen Präsidenten und Senatoren gut dastehen und pulvern viel Geld in kurzfristige Konjunktur- und Arbeitsmarktprogramme, die dann meist recht abrupt nach der Wahl auslaufen.

Minister Morlok: Europa darf Anschluss bei Mikroelektronik nicht verlieren

Berlin/Dresden, 20.9.2011: Europa darf sich technologisch nicht von der asiatischen und amerikanischen Chipindustrie abhängig machen, denn dies könne die europäischen Volkswirtschaften nur schwächen, hat Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) gewarnt. Der Kontinent dürfe in der Mikroelektronik “nicht den Anschluss verlieren” und müsse verhindern, dass entsprechendes “Know-How abwandert”, sagte er heute auf dem “Mikroelektronik-Symposium 2011” des “Verbandes der Elektrotechnik” (VDE) in Berlin.

Die Freiberg-Story: Der Stoff, aus dem Computer gemacht sind

Wo einst das “Berggeschrey” erklang, dominieren heute die Halbleiter Freiberg. Dort, wo einst das große „Berggeschrey“ ausbrach und nach einem Silberfund Bergleute aus dem ganzen Reich zusammenströmten, um das edle Metall dem Stein zu entreißen, ist heute einer der europaweit führenden Standorte für Halbleitermaterialien entstanden: Die Rede ist von Freiberg, der Bergstadt, der Siliziumstadt. Hier entwickelte vor der politischen Wende der VEB Spurenmetalle Technologien, um der rohstoffarmen DDR seltene Metalle und Halbleiter aus allen möglichen Ausgangsstoffen zu extrahieren, entwickelte sich ab den 60er Jahren eines der wichtigsten Zentren für Mikroelektronik-Silizium. Nach der Wende schien all dies den Bach herunterzugehen – und doch kam es ganz anders.

Analysten: Speicherchip-Preise bald im freien Fall

London, 29.8.2011: drei Jahre nach der bisher tiefsten Krise der Mikroelektronik-Geschichte steht möglicherweise im Herbst die nächste tiefe Talfahrt bevor. Die großen Foundries in Taiwan, TSMC und UMC, haben nach starken Wachstumsquartalen rechnen inzwischen bereits recht sicher mit einem schlechten Geschäftsumfeld und sinkenden Umsätzen im zweiten Halbjahr 2011 (Der Oiger berichtete) und nun warnen auch mehrere Analysten vor einem massiven Preisverfall für Speicherchips.

Special: 50 Jahre Mikroelektronik in Dresden

Dresden, August 2011: Vor 50 Jahren, am 1. August 1961, gründete Prof. Werner Hartmann die „Arbeitsstelle für Molekularelektronik“ (AME) in Dresden. Damit gehörte er in Europa zu den ersten Forschern, die sich anwendungsnah mit dieser später „Mikroelektronik“ genannten neuen Technologie beschäftigten. Und er legte damit den Grundstein für das heutige „Silicon Saxony“, für die großen Dresdner Chipfabriken, für die Hightech-Landschaft im Dreieck Dresden-Freiberg- Chemnitz, in der inzwischen über 40.000 Menschen beschäftigt sind. Hartmann selbst fiel nach einer Stasi-Intrige in Ungnade, sein Name über Jahrzehnte zu Unrecht dem Vergessen anheim. Der Oiger erzählt in diesem Special gemeinsam mit Gastautoren die wechselvolle Geschichte der Mikroelektronik in Dresden und Sachsen, über die aufwendigen Wertschöpfungsketten, die binnen eines halben Jahrhunderts entstanden und zerfielen. Dabei stützen wir uns auf Interviews mit Zeitzeugen, Recherchen im Bundesarchiv, in der Stasi-Unterlagen-Behörde und auf Fachliteratur. Das Special beleuchtet die Tücken zentraler Wirtschaftslenkung, aber auch den Nutzen, den der Standort aus offensiver staatlicher Wirtschaftspolitik zog. Branchenvertreter und Politiker diskutieren die Zukunft der Schlüsseltechnologien in Europa. Und wir stellen ausgewählte Hightech-Unternehmen vor, die die Technologie- und …

Vom Pionier zum Paria

Werner Hartmann begründete die Mikroelektronik in Dresden – und kam durch eine Stasi-Intrige zu Fall   „It’s all about people“, erklärte AMD-Chef Jerry Sanders 1998 auf die Frage, warum ein US-Konzern in Dresden eine Chipfabrik baue – der Knackpunkt sind die Menschen. Den Grundstein für dieses Dresdner Reservoir fähiger Mikroelektroniker legte Professor Werner Hartmann, als er vor 50 Jahren, am 1. August 1961, die „Arbeitsstelle für Molekularelektronik“ (AME) in Dresden gründete. Damit beschäftigte er sich als einer der ersten Anwendungsforscher in Europa systematisch mit Integrierten Schaltkreisen (ICs), einer Erfindung, die Jack Kilby eineinhalb Jahre zuvor in den USA gemacht hatte. Hartmann wurde in den Folgejahren mit Preisen und Ehrungen überhäuft. Bis zum Sommer 1974, als er plötzlich abberufen und zum Verfemten wurde. Wer war aber dieser Mann und was führte zum verordneten Vergessen?

Vom Abakus zum Chip

Welt- und Lokalchronik zum Special “50 Jahre Mikroelektronik in Dresden” (Auswahl)   Antike: erste Versuche, Rechenmaschinen zu konstruieren, scheitern größtenteils an mangelhaften Metalltechnologien. Ab 1623: Wilhlem Schickard, Blaise Pascal, Gottfried Wilhelm Leibniz und andere Mathematiker entwickeln die ersten brauchbaren Rechenmaschinen, die durch mechanische Vorrichtungen addieren und subtrahieren können, später auch multiplizieren und dividieren.

Naht Abschwung in Chipbranche?

Taiwans Foundries sehen Wolken am Halbleiter-Horizont Taipeh, 20.8.2011: Bei den führenden Chip-Foundries in Taiwan mehren sich die Anzeichen, dass der Halbleitermarkt zu schwächeln beginnt – unter anderem als indirekte Folge der Schuldenkrisen in den USA und Europa, einer hohen Inflation in den bisher markttreibenden Schwellenländern und einer nachlassenden Elektronikgüter-Nachfrage seitens der Verbraucher. Das geht aus Angaben der zwei weltgrößten Halbleiter-Auftragsfertiger TSMC und UMC hervor. Und erfahrungsgemäß bekommen Ausrüster und Foundries als erstes die Vorboten eines Abschwungs zu spüren. Schuldenkrise, Inflation und Konsumschwäche drücken Nachfrage “Der wirtschaftliche Ausblick hat sich in den letzten Monaten abgeschwächt”, schätzte TSMC-Finanzchefin Lora Ho ein. Daher erwarte man deutliche Umsatzeinbußen im dritten Quartal 2011. UMC-Chef Shih-Wei Sun sieht das ähnlich: “Makroökonomische Faktoren wie die Schuldenprobleme in Europa und den USA und die Inflation der Schwellenmärkte haben zu unvorteilhaften Wirtschaftsbedingungen geführt. Diese Unsicherheiten führen zu konservativen Geschäftsprognosen der Kunden.” Zu erwarten sei, dass all diese Faktoren die traditionelle Herbstbelebung der Halbleiterbranche wohl überlagern und zu sinkender Nachfrage führen werden. Globalfoundries als weltweit drittgrößter Chip-Auftragsfertiger machte keine Angaben zum Geschäftsverlauf. Das in den …