Alle Artikel mit dem Schlagwort: Karriere

Silvia Kretschmar von Plasticard ZFT zeigt den Industrienacht-Besuchern, aus wie vielen Schichten Chipkarten laminiert werden. Foto: Heiko Weckbrodt

Andrang zur Industrienacht Dresden

Chipkarten, Softwareschmieden, Kolbenringe: Über 1000 angemeldete Besucher besichtigten 23 Unternehmen Dresden, 23. Juni 2016. Zwei Dutzend Elektronikfabriken, Software-Schmieden und andere Unternehmen in und um Dresden haben am Donnerstag ihre Werktore für die „5. Lange Nacht der Industrie“ geöffnet – und über 1000 Neugierige folgten bei hochsommerlichen Abendtemperaturen jenseits der 30 Grad dieser Einladung. Sie informierten sich über Karriere- und Ausbildungs-Chancen in Dresdner Betrieben und erlebten hautnah, wie Hochtechnologie entsteht.

Präzisions-Arbeit wie bei den Uhren-Feinwerkern in Glashütte: Viele Berufe können Jugendliche auf der Messe gleich mal live ausprobieren - hier ein Archivfoto von der Karrierestart 2015. Foto: Ortec

Messe „Karrierestart“ in Dresden: Hightech-Buden buhlen um Azubis

Über 32.000 Besucher zu erwarten Dresden, 19. Januar 2016. Wer noch keinen Plan hat, was er mal werden will, oder wem die Lehrstelle noch fehlt oder die Karriere an Schwung verloren hat, dem könnte möglicherweise ein Besuch auf der Messe „Karrierestart 2016“ in Dresden helfen: Vom 22. bis 24. Januar 2016 präsentieren 459 Aussteller unter dem Jahresmotto „Zukunft selbst gestalten“ im Messegelände Dresden Job- und Ausbildungschancen. Chipfirmen und Softwareschmieden wie Infineon, X-Fab und SAP sind auf den 20.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ebenso vertreten wie Bundeswehr und Jungunternehmer. Geschäftsführer Roland Zwerenz vom Veranstalter Ortec hofft, dass die „Karrierestart“ mindestens ebensoviel Publikums-Resonanz findet wie im Vorjahr – 2015 kamen rund 32.000 Besucher zur Messe. „Diese Messe hat nicht nur regionale Ausstrahlung, sondern Bedeutung für den ganzen Freistaat“, betonte Roland Zwerenz.

Zu DDR-Zeiten Stahlkocher, heute Technologieleiter bei Siltronic: Rüdiger Zschoke. Foto: Zschoke, privat

Vom Stahl zum Silizium

Rüdiger Zschoke koordiniert bei Siltronic ein globales Ingenieurs-Netzwerk Freiberg, 19. November 2015. Als junger Mann, vor 35 Jahren, war Rüdiger Zschoke Stahlwerker. Er stand am Elektro-Schmelzofen in Freital nahe Dresden und entrang der über 1500 Grad heißen Glut den begehrten Werkstoff für die DDR-Industrie. Heute ist Zschoke 52 Jahre alt und dirigiert ein weltweites Netzwerk von Ingenieuren, die einen noch wertvolleren Hightech-Werkstoff veredeln: Reinstsilizium für die globale Chipindustrie. Als Linien-Technologieleiter sorgt er dafür, dass die Fabriken des deutschen Unternehmens „Siltronic“ in Freiberg, Burghausen und Singapur ganz saubere und glatt polierte Siliziumscheiben (Wafer) ausliefern. Eben so, wie es sich die Großen der Branche wünschen, damit sie auf den Scheiben dann ihre hochintegrierten Schaltkreise produzieren können.

Grafik: hw

Karriere-Fallen auf Facebook & Co.

Jurist beleuchtet in Dresden, was in den Netzwerken geht und was Bewerber bleiben lassen sollten Dresden/Berlin, 20. Oktober 2015. Wer auf Facebook und in anderen Kontakt-Netzwerken Beiträge, Bilder und Videos veröffentlicht, sollte sich immer dessen bewusst sein, dass der (potenzielle) Chef mitliest: Etwa jeder zweite Personalverantwortliche in Unternehmen überprüft Bewerber auch anhand von deren Profilen auf Facebook & Co., wie eine Bitkom-Umfrage gezeigt hat. Zudem können leichtsinnige, beleidigende oder gar strafrechtlich relevante Postings auf Diskussions-Seiten ernste Konsequenzen für die Karriere haben: Erst kürzlich hatte zum Beispiel Porsche einem Lehrling gekündigt, weil der einen Hasskommentar gegen ein Flüchtlings-Mädchen auf Facebook veröffentlicht hatte.

Foto: Eulenspiegel

Sachsen unter SED-Regie wäre heute eine Ruinenstadt

Dresdens letzter SED-Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer versucht in seinem neuen Buch eine persönliche Katharsis Dresden, 3. September 2014:  Vielleicht war Erich Honecker – innerhalb der engen Grenzen seines weltanschaulichen Mikrokosmos’ – doch hellsichtiger als gemeinhin angenommen: Dass sich der greise DDR-Diktator so sehr gegen „Glasnost“ und Perestroika“ sträubte, wird ihm meist als Fehler angelastet. Doch womöglich hatte Honecker deutlicher als andere erkannt, wie sehr Gorbatschows „Offenheits“-Politik das zentrale Fundament kommunistischer Herrschaft unterhöhlte – und das war gar nicht so sehr aus Stasi-Terror gemauert, sondern vor allem aus der Absenz von Wahrheit, aus deren Verdrehung, Umdeutung, Verschleierung. Und dieses SED-Herrschaftsinstrument wirkt bis heute nach, glaubt man Wolfgang Berghofer, einst SED-Oberbürgermeister von Dresden.

Der Dresdner Stasi-General Horst Böhm bei einer Schul-Weihung. Repro: Heiko Weckbrodt

Parteisoldat durch und durch

Der rasche Aufstieg und tiefe Fall des Dresdner Stasi-Chefs Horst Böhm Dresden, 11. Juli 2014: Vor 33 Jahren, Anfang Juli 1981, übernahm der damalige Oberst Horst Böhm das Kommando über die Dresdner MfS-Bezirksverwaltung – und unter seine Ägide verfolgte die hiesige Stasi Regimegegner stärker denn je. „In seiner Amtszeit wurden nachweisbar mehr Oppositionelle und ,Republikflüchtlinge’ verhaftet“, schätzt Dr. Thomas Widera vom Dresdner „Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung“ ein, der sich anhand von Quellenmaterial mit der Biografie zahlreicher Stasi-Offiziere vergleichend beschäftigt.