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Umschlagbild von "Ein deutsches Gefängnis im 21. Jahrhundert", Notschriftenverlag

Vom Wegsperren allein wird nichts besser

Das Buch „Ein deutsches Gefängnis im 21. Jahrhundert“ bietet einen unverstellten Blick auf das Leben im Gefängnis Dresden, 20. Dezember 2021. Weihnachten im Gefängnis ist bitter. Daran ändern auch die süßen Gaben nichts, die dann zeitgemäß durch das Brett, das ist die Luke an der Zellentür, gereicht werden. Da bleibt nur die Hoffnung auf einen genehmigten kurzen Ausgang in die Stadt, auf die Chance, endlich in den Offenen Vollzug zu kommen oder auf eine baldige, gar vorzeitige Entlassung. So etwas steht auf den Wunschzetteln, wenn man im Hammerweg 30 wohnt. Über das Leben, über den Alltag in dem Gefängnis im Dresdner Norden berichtet eine ganz besondere Zeitung: „Der Riegel“ ist die einzige deutsche Gefangenenzeitung, die unabhängig und unzensiert, und das seit über 20 Jahren, in der Justizvollzugsanstalt Dresden erscheint. Eine Auswahl der darin publizierten Geschichten ist im Buch „Ein deutsches Gefängnis im 21. Jahrhundert“ zu finden, das nun in 2. Auflage im radebeuler Notschriftenverlag erschienen ist.

Das verfallene Gefängnis in Berlin-Köpenick führt dem Besucher vor Augen, wie spartanisch der Knast-Alltag zu Kaisers Zeiten war. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen für Internet-Zugänge im Knast

Grüne Ministerin setzt sich für kontrollierte Zugänge ein Dresden, 18. Mai 2020. Damit Gefangene nach ihrer Entlassung mit der Welt „da draußen“ besser klarkommen und sich leichter wieder in die Gesellschaft integrieren können, sollen sie künftig kontrollierte Zugänge ins Internet bekommen. Dafür hat Sachsen in einer Videokonferenz der deutschen Justizminister plädiert.

Gewalt ist im Jugendknast alltäglich. Foto: Heiko Weckbrodt

Tatort Jugendknast

Studie: Mehr als jeder dritte junge Gefangene wird zum Gewaltopfer Dresden/Köln, 6. Dezember 2014: Über ein Drittel der jungen Insassen im Jugendknast wird durch Mitgefangene geschlagen, getreten oder in anderer Form Opfer körperlicher Gewalt. Das geht aus einer Studie „Gewalt und Suizid im Jugendstrafvollzug“ hervor, aus denen der Kölner Kriminologe Prof. Frank Neubacher am Freitag beim „Dresdner Gesprächskreis Jugendhilfe und Justiz“ erste Zwischenergebnisse vorgestellt hat, und die vor allem auf Fragebögen-Umfragen, Intensiv-Interviews und Personalakten von und mit Jugendgefangenen beruht.