Alle Artikel mit dem Schlagwort: Historie

Farbe, Zahncreme, Wodka: Die Tube wird 175

Dresden, 7. September 2016. Vor 175 Jahren ärgerte sich der amerikanische Maler John Rand derart über seine schon wieder eingetrockneten Farben, dass er eine bahnbrechende Erfindung der Moderne machte: Am 11. September 1841 meldete er in den USA ein Patent für eine Zinntube an. Eine spezielle Maschine füllte in Rands Metalltube Farbe ein. Und: Sie war mit einem Schraubdeckel verschließbar. Nach gängiger Geschichtsschreibung der Verpackungs-Branche war dies der Beginn des Tuben-Zeitalters.

246 Spardosen aus über 100 Jahren im Sparkassenmuseum Dresden

Dresden, 2.2.2012: Das Sparkassenmuseum Dresden hat eine umfangreiche Sammlung von historischen und modernen Spardosen übernommen. Die Kollektion, die ein hessisches Ehepaar dem Dresdner Museum geschenkt hat, spiegelt den Wandel der Sparkultur in über 100 Jahren – vom schnöden Tonkrug bis zum geldfressenden Roboter. Raubende Raben und Roboter Keine Frage: Dieser geflügelte Schwarzrock ist ein Raubvogel. Ganz langsam neigt er sich aus dem Vogelhäuschen, schnappt sich zum Geräusch eines rasselnden Federwerkes den Euro – und schwupps, ist er mit dem Geld im Dunkeln verschwunden. Der Aufzieh-Rabe aus dem Blechkasten ist nur eines von 246 Exponaten, das Dieter Lorenz von einer generösen Sammlerfamilie aus Bischofsheim nahe Mainz übernommen hat. „Der Vater hat von jeder seiner Reisen Sparbüchsen mitgebracht“, erzählt der Kustos des Sparkassenmuseums. „Über die Jahre ist eine beachtliche Sammlung zusammen gekommen, die die Familie uns geschenkt hat.“ Zu der Spardosen-Sammlung, die nun im Museum an der Leipziger Straße ausgestellt ist, gehören historische Büchsen aus der Kaiserzeit wie auch DDR-Spielzeugtresore und Hightech-Sparbüchsen aus jüngster Zeit. Da findet sich zum Beispiel ein Roboter, der die dargebotenen Geldstücke auffrisst …

Als der Striezelmarkt noch die Sowjet-Treue beschwor

In wenigen Tagen wird einer der ältesten und schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands eröffnet: der Dresdner Striezelmarkt (24.11. bis 24.12.2001, Altmarkt Dresden). Was dabei gern und oft vergessen wird: Der Aufwand, der mit diesem Traditionsmarkt betrieben wird, ist keine Erfindung der Nachwendezeit. Bereits zu DDR-Zeiten butterte der damalige Rat der Stadt Millionenbeträge dort hinein, um den Dresdner Striezelmarkt zu einer überregionalen Marke aufzubauen: Riesenpyramide, Mega-Schwibbogen, Weihnachtskalender mit täglichem Adventsprogramm, Weihnachtsmann-Post und dergleichen mehr wurden damals kreiert und dies trotz der herrschenden Mangelwirtschaft. Als “Stadtrat für Handel und Versorgung” hat Horst Bärsch diesen Aufbauprozess jahrzehntelang begleitet – nun hat er seine Erinnerungen im Buch “Schilderungen und Betrachtungen zum Dresdner Striezelmarkt” aufgeschrieben.