Alle Artikel mit dem Schlagwort: Genetik

Fadenwurm hat immer Plan B für Dürre parat

Planck-Forscher: Feuchtesensor im Wurmhirn leiert Hitzeschock-Proteinproduktion an Dresden, 16. Dezember 2013: Wüstenreisende, die vor lauter Wassermangel bereits zu halluzinieren beginnen, können nur voller Neid auf den Fadenwurm „Caenorhabditis elegans“ gucken. Der nämlich hat voll den Dreh raus, selbst einen Wasserverlust von bis zu 98 Prozent zu überstehen und nach fast totaler Austrocknung wiederaufzuerstehen. Forscher des „Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik“ (MPI-CBG) in Dresden haben nun herausbekommen, wie der Wurm das hinkriegt.

Bein ab, Bein dran: Axolotl und Molch kennen 2 Rezepte für Wunderwachstum

Dresden, 26. November 2013: Die Evolution hat offensichtlich mehrere Wege gefunden, um ausgewählten Tierarten wundersam wirkende Heilkräfte zu spendieren. Der Mensch ist leider nicht darunter, beherrscht nicht die Kunst, sich Beine oder Arme nachwachsen zu lassen. Dafür haben die Salamandertiere Axolotl und Molch gleich zwei verschiedene Wege gefunden, Amputationen wegzustecken, wie nun vergleichende Untersuchungen in Dresden und Stockholm gezeigt haben.

TU Dresden sucht mit Computerhilfe nach neuen Werkstoffen

DNA trifft Graphen: Uni gründet Exzellenzzentrum DCCMS Dresden, 20. November 2013: Als weiteren Baustein ihrer Exzellenz-Strategie richtet die TU Dresden in der kommenden Woche ein neues Zentrum für computergestützte Materialwissenschaft ein. Die Uni-Leitung will durch das „Dresden Center for Computational Materials Science“ (DCCMS) Dresdens Ruf als eine europäische Forschungs-Hochburg für innovative Werkstoffe ausbauen. Finanziert wird das auf zunächst vier Jahre ausgelegte Zentrum durch einen Teil der Exzellenz-Fördergelder, die der Bund der TU Dresden zugesprochen hatte.

Dresdner Zellforscher: Unkodierte Substanz in DNA ist mehr als nur geerbter „Schrott“

Dunkle Zellmaterie steuert Vorprozesse der Protein-Synthese Dresden, 15. November 2013. Gern und oft wird behauptet, der Mensch nutze 90 Prozent seines Gehirns gar nicht aus. Das dürfte zwar eher ein Zeichen dafür sein, wie wenig wir das Gehirn wirklich verstehen, aber Ähnliches hat man lange auch von der menschlichen DNA geglaubt: Die besteht nämlich nur zu fünf Prozent aus echten Bauplänen für die Konstruktion und Spezialisierung von Zellen. Der Rest ist anscheinend unkodierte Erbsubstanz. Dresdner Zellforscher haben nun nachweisen können, dass wenigstens ein Teil dieser „dunklen Materie“ kein unnützer Erbballast ist, sondern die Entstehung von neuen Nervenzellen mitsteuert. Das hat heute das „Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden“ (CRTD) mitgeteilt.

Planck-Forscher entdecken ewig junge Hefe

Organischer Stein der Weisen könnte auch menschliche Alterung bremsen Dresden, 12. September 2013: Dresdner Genetiker haben möglicherweise eine Art organischen “Stein der Weisen” gefunden – oder zumindest die “Schatzkarte” dorthin, der die Alterungsprozesse von Menschen deutlich verlangsamen könnte: Forscher des „Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik“ haben nämlich laut eigenen Angaben eine Hefe entdeckt, die sich bei der Zellteilung verjüngt: Während sich normale Zellen – wie etwa beim Menschen – nicht ganz symmetrisch teilen und immer einer der beiden Tochterzellen abgegammeltes Erbgut mitgeben, schafft es die Superhefe, beschädigtes Erbgut gleichmäßig aufzuteilen und so letztlich verjüngte Tochterzellen zu erzeugen.

Köpfung nutzlos: Supercomputer-Projekt simuliert wundersamen Nachwachs-Wurm

„Virtual Planarian“ soll mit systembiologischen Methoden Selbstreparatur von Organen ergründen Dresden, 12. Februar 2013: Das hätte Altpirat Klaus Störtebeker oder Lord Stark aus dem „Lied von Eis und Feuer“ wohl gut gefallen: Kaum hat der Henker den Kopf abgehackt, wächst auch schon ein neuer nach. Leider haben Menschen diesen Dreh noch nicht so recht raus, wohl aber solch ein viel verachtetes Geschöpf wie der gemeine Flachwurm (Planarian). Der kann Schwanz, Organe, ja sogar seinen Kopf regenerieren, wenn er verletzt ist. „Selbst in kleinste Teile zerlegt, wächst aus jedem Stück wieder ein komplettes Tier“, ist Biologe Dr. Jochen Rink vom Dresdner Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) immer wieder fasziniert. Gemeinsam mit TU-Informatiker Dr. Lutz Brusch will er nun in aufwendigen Supercomputer-Simulationen heraus bekommen, wie der kleine Wurm das schafft.

Forscher finden Formel für Liebes-Parfüm

Freiburg/Plön/Dresden, 23. Januar 2013: Woran Generationen von Hexen im Mittelalter scheiterten, ist nun deutschen Biologen und Ärzten gelungen: Sie haben eine Methode entwickelt, um passgenaue Liebes-Parfüme für Jedermann zu synthetisieren. Kleiner Nachteil: Das Parfüm verstärkt zwar die eigene sexuelle Attraktivität, wirkt aber anscheinend nur bei genetisch passgenauen Partnern.

Biosax-Kommission: Sachsen sollte weitere 180 Mio € in Biotech stecken

  Dresden, 29. Oktober 2012: Damit der Aufbau einer eigenen sächsischen Biotechnologie seit dem Jahr 2000 letztlich nicht im Sande verläuft, sondern zu wirtschaftlichen Erfolgen führt, rät die Zukunftskommission “biosax2030“ dem Freistaat, in den kommenden zehn Jahre weitere 180 Millionen Euro in diese Branche zu stecken. Insgesamt seien sogar 300 Millionen Euro Investitionen notwendig, ein Teil dieser Summe müsse jedoch aus der Industrie kommen.

Gene Myers will in Dresden den Bauplan des Lebens entschlüsseln

Neues Zentrum für Systembiologie: Wie verleiht DNA dem Menschen Form und Fähigkeiten? Dresden, 1. Oktober 2012: Genetik-Star Gene Myers möchte in Dresden nichts weniger als den „Bauplan des Lebens“ entschlüsseln: Was passiert auf dem Weg zwischen DNA-Codesequenzen und einem fertigen Lebewesen? Wie gibt uns eine Abfolge von Basen-Paaren menschliche Form und Fähigkeiten? Um dies zu klären, will der Gründungsdirektor des neuen „Zentrums für Systembiologie“ zwei Super-Mikroskope bauen – „100 Mal besser als das beste Zeiss-Mikroskop, dass man kaufen kann“, wie er sagt.

Polymere Faltkunst: Dresdner Chemiker arbeitet an Wirkstoff-Lieferdienst für den Körper

Dresden, 27. August 2012: Der aus Russland stammende Forscher Dr. Leonid Ionov entwickelt derzeit im „Leibniz-Institut für Polymerforschung“ (IPF) in Dresden eine Art Paketpostdienst für die Zustellung von Stammzellen und Medikamenten im menschlichen Körper: Aus Polymeren – also Kettenmolekülen aus Kohlenstoff-Wasserstoffverbindungen – konstruiert er winzig kleine „Mikro-Origami“, die sich ähnlich wie die namensgebende japanische Papierkunst selbstständig zusammenrollen und wieder auseinanderfalten – und am Zielort im Körper die Wirkzellen, die sie in ihrem Innern transportiert haben, freisetzen. Ein ähnliche Prinzip hatte er bereits bei der Konstruktion mikroskopisch kleiner Polymer-Bürsten eingesetzt, für die er am 17. September 2012 den diesjährigen „Georg-Manecke-Preis“ der „Gesellschaft Deutscher Chemiker“ erhält.

Planck-Forscher planen Zentrum für Systembiologie in Dresden

Dresden, 23. August 2012: Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und die sächsische Landesregierung wollen ein „Intersektionelles Zentrum für Systembiologie” in Dresden einrichten. Dort wollen Biologen, Genetiker, Physiker und Chemiker interdisziplinär erforschen, was sich auf molekularer Ebene zum Beispiel in einer biologischen Zelle abspielt, wenn sie sich teilt. Land Sachsen gibt 26 Millionen Euro als Anschub Das Zentrum soll in den Jahren 2014-16 in Dresden-Johannstadt errichtet werden. Die Landesregierung habe dafür eine Anschubfinanzierung von rund 26 Millionen Euro im Haushaltsentwurf eingeplant – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Landtag, informierte Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos). Weitere Gelder für die Ausrüstung wollen die Planck- Forscher noch einwerben. So stehen mehrere Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium in Aussicht.

Computerspieler lösen Genetik-Rätsel

Arlington County, 27.1.2012: Da sage mal noch einer, Computerspielen sei doof: Internet-Spielern ist es nämlich kürzlich gelungen, ein genetisches Puzzle zu lösen, an der sich die Computer der Biochemiker die Zähne ausgebissen hatten. Die Ergebnisse wurden jetzt im Wissenschaftsmagazin “Nature” veröffentlicht. Teilnehmer des von der US-Rüstungsforschungsagentur DARPA entwickelten Online-Spiels “Foldit” (240.000 Nutzer) hatten dabei die Proteinstruktur eines Enzyms remodelliert, das für die sogenannte Diels-Alder-Reaktion verantwortlich ist, die eine wichtige Rolle bei der organischen Synthese spielt. Wie die DARPA in Arlington County mitteilte, soll die spielerische Entschlüsselung dazu genutzt werden, um die Katalysatorfähigkeit dieses Enzyme um den Faktor 18 zu steigern.