Alle Artikel mit dem Schlagwort: Elektronenstrahl

Manfred von Ardenne. Foto: Mittelstädt, ADN, Bundesarchiv, Wikipedia, CC3-Lizenz

Warum Honecker Ardennes Enteignung revidierte

Der neue SED-Chef wollte das größte Privatinstitut der DDR vor 50 Jahren eigentlich auch verstaatlichen – und wählte dann doch die bequeme Lösung Dresden, 8. März 2022. Als eines von ganz wenigen größeren privaten Unternehmungen in der DDR und im ganzen Ostblock entging die Dresdner Forschungseinrichtung von Manfred von Ardenne der letzten großen Verstaatlichungswelle vor 50 Jahren. Und das hatte weniger mit den guten Kontakten des „roten Barons“ nach Moskau zu tun, wie lange vermutet, sondern mit Zuordnungsrangeleien hinter der den Kulissen, wie der frühere Technikdirektor des Instituts, Peter Lenk, nach jahrelangen Recherchen herausbekommen hat. Zwar sei dem Institut schon 1972 der Privatisierungsbefehl erteilt worden. Doch dann habe das Gerangel darum, wer das Institut übernimmt, schier kein Ende genommen. „Das Politbüro hat dann letztlich die bequeme Lösung gewählt“, berichtet Lenk. „Erich Honecker persönlich hat dann unter die Akte geschrieben: Alles bleibt so wie es ist.“

Innenansicht der neuen E-VITA-Anlage mit Blick auf die Elektronenquellen des Fraunhofer FEP Foto: Fraunhofer FEP

Bauern beschießen Saatkorn mit Dresdner Elektronenkanonen

Zweite E-Vita-Anlage fährt vor Herbstaussaat in Güstrow hoch Dresden/Güstrow, 4. Juli 2018. Bauern aus Meck-Pomm schwören auf Elektronen-Kanonen aus Dresden: Die Ceravis AG aus Güstrow hat im Vorfeld der Herbstaussaat 2018 eine zweite leistungsfähige „E-Vita“-Anlage in Betrieb genommen. Anstatt Saatgut chemisch zu behandeln, bestrahlen diese Anlagen das Korn mit Niedrigenergie-Elektronen, um es von Schädlingen, Bakterien und Viren zu befreien. Das teilte das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) in Dresden mit, das die Technologie dahinter gemeinsam mit der Ceravis AG entwickelt hatte.

Elektronenstrahl-Guru Siegfried Schiller wird 80

Dresden, 15. Februar 2013: Einer der Väter der Elektronenstrahltechnologie, die einst mit dem Röhrenfernseher groß wurde und inzwischen in Nanoelektronik und Lebensmittel-Branche eine Renaissance erlebt, wird morgen 80 Jahre alt: der Dresdner Physiker Professor Siegfried Schiller. Zu seinen ideellen Gratulanten gehört vor allem das Dresdner Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP), das er als Gründungsdirektor ab 1991 aufgebaut hatte.

TSMC bohrt mit Elektronenstrahl gen Chip-Zukunft

Taipeh, 7.9.2011. Der weltweit größte Chip-Auftragsfertiger TSMC tendiert anscheinend zur Elektronenstrahltechnologie, um die Strukturen in Computerchips weiter verkleinern zu können. Das geht aus einem Bericht des Branchendienstes „EE Times“ hervor. Konkurrent Globalfoundries will dafür hingegen in Dresden die Röntgenbelichtung (EUV-Lithografie) ausprobieren.