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Neues Quantenmaterial-Labor entsteht in Dresden

Die Abbildung visualisiert den Quanten-Halbleiter-Bauelement, in dem ein topologischer "Skin"-Quanteneffekt für einen stabilen Elektronenfluss (blauer Kreis) am Rand sorgt. Visualisierung: Christoph Mäder/pixelwg für die TUD und Ct.qmat
Die Abbildung visualisiert ein Quanten-Halbleiter-Bauelement vom Ct.qmat-Zentrum. Um solche neuartige Elektronik und andere Quantenmaterialien zu erforschen und im Grundsatz zu testen, entsteht in Dresden ein neuer Laborkomplex. Visualisierung: Christoph Mäder/pixelwg für die TUD und Ct.qmat

Leibniz-Institut IFW und Exzellenzzentrum „Ct.qmat“ bekommen neuen Forschungskomplex am Uni-Campus

Dresden, 30. März 2025. Das Quantenmaterial-Zentrum „Ct.qmat“ und das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) planen einen gemeinsamen Labor-Forschungskomplex in Dresden. Baustart für den 5100 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Fünfgeschosser an der Nöthnitzer Straße am Südcampus der Dresdner Uni soll Anfang April 2025 sein. Das geht aus Mitteilungen der Stadt Dresden, des IFW und weiterer Akteure hervor.

Labore, Versuchsstände und Büros für die Quantenphysiker

In dem Komplex will das IFW unter anderem ein 2300 Quadratmeter umfassendes „Leibniz-Zentrum für Quantenmaterialien“ unterbringen und damit eine neue Forschungssäule des Instituts. Gleichzeitig soll dort auch das Exzellenzzentrum „Ct.qmat“, das sich ähnlichen Themen widmet, ein eigenes Domizil mit insgesamt 2800 Quadratmetern bekommen. Für beide Nutzer entstehen dort Chemie- und Physiklabore, Versuchsstände und Büros.

Supermagnete, Supraleiter und Quantenchips

Die Quantenphysiker wollen dort Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung experimentell überprüfen und den Weg zu praktisch nutzbaren, neuartigen Materialien ebnen. Solche Quantenmaterialien sind Werkstoffe, die durch geplant hervorgerufene Quanteneffekte teilweise sehr ungewöhnliche Eigenschaften haben. Supraleiter, die Strom widerstandsfrei leiten, sind ein Beispiel für Quantenmaterialien. Solche Forschungen könnten aber auch zu Supermagneten, Quantenchips, Spintronik-Computern und anderen Innovationen führen.

Bund und Freistaat Sachsen investieren gemeinsam einen zweistelligen Millionenbetrag in den neuen Laborkomplex. Für die Bauplanung will das Dresdner Ingenieurbüro „Klemm“ durchgängig digitale Methoden wie das „Building Information Modeling“ (BIM) einsetzen. Auf dieser Basis lassen sich dann auch ein „Digitaler Zwilling“ für den späteren laufenden Betrieb des kompletten Gebäudes erzeugen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: LHD, IFW DD, Klemm Ingenieure

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger