Mehr Lebensdauer und weniger Kobalt für Auto-Akkus: IGF-Preis für Projekt aus Dresden

Wirtschaftsministerium zeichnet industrienahe Fraunhofer-Forschung aus
Dresden/Berlin, 29. März 2025. Weil sie einen Weg gefunden, um mit dünnen Schutzschichten den Kobalt-Verbrauch in Auto-Akkus deutlich zu verringern und die Lebensdauer solcher Energiespeicher zu erhöhen, hat das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin das Dresdner Projekt „Funktionale Beschichtung von Batteriepulvern“ als „IGF-Projekt des Jahres“ ausgezeichnet. Darüber hat die „Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten“ (EFDS) aus Dresden informiert, die diese Innovation im Zuge der „Industriellen Gemeinschaftsforschung“ (IGF) für den Preis nominiert hatte.
Schichten sollen Akkus auch stärker und sicherer machen
„In einer Zeit, in der nachhaltige Energielösungen zunehmend an Bedeutung gewinnen, bietet die innovative funktionale Beschichtung von Batteriepulvern neuartige Ansätze zur Optimierung der Leistung und Lebensdauer von Batterien“, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsministeriums. „Neben einer verbesserten Leit- und Reaktionsfähigkeit wird auch die thermische Stabilität gesteigert, wodurch die erhöhte Sicherheit zu einem entscheidenden Aspekt dieser innovativen Beschichtung wird.“
Konkret hatte ein Team im Dresdner Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS mit Atomlagenabscheidern (ALD) und mit nasschemischen Sprühtrocknern wenige Nanometer (Millionstel Millimeter) dünne Schutzschichten aus Aluminiumoxid auf Elektroden aufgebracht, um die schleichende Zerstörung durch die Be- und Entladevorgänge in Akkumulatoren hinauszuzögern. Am dem Forschungsprojekt hatten sich neben dem IKTS insgesamt elf Unternehmen beteiligt.

Dünnschicht-Experte: Wir brauchen eine Batterie-Revolution in Deutschland
„Ziel unseres IGF-Projektes war es, neben der Minimierung von Kobalt als strategischem Rohstoff, die Lebensdauer von Batterien zu erhöhen“, erklärt IKTS-Forscherin Mandy Höhn. „Von den Forschungsergebnissen partizipieren viele Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette“, ergänzt EFDS-Chef Prof. Udo Klotzbach. „Wir benötigen in Deutschland eine Batterie-Revolution. Nicht die Energiewandlung, sondern die Energiespeicherung ist das Thema. Wenn wir die Energie nicht speichern, sitzen wir irgendwann im Dunkeln.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: EFDS, IKTS, BMWK

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