Sachsen verbrennt weniger Klärschlamm

40 Prozent weniger Trockenmasse landeten im Ofen
Kamenz, 17. März 2025. Die sächsische Abfallwirtschaft verbrennt immer weniger Klärschlamm – auch, weil dieser Entsorgungsweg wegen gesetzlicher Vorgaben bald ohnehin vor dem Aus steht. Das geht aus einer Mitteilung des statistischen Landesamtes in Kamenz hervor.
„Von 2021 bis zu den aktuellen Ergebnissen des Jahres 2023 sank die von öffentlichen Abwasserentsorgungsanlagen in Mitverbrennungsanlagen entsorgte Menge Klärschlamm um mehr als 18.000 Tonnen Trockenmasse (-38,8 Prozent) auf knapp 29.000 Tonnen Trockenmasse“, berichten die Landesstatistiker. „Im Gegenzug werden immer größere Mengen in Monobehandlungsanlagen entsorgt.“
Diese „Monobehandlung“ bedeutet, dass spezielle Anlagen dem getrockneten Klärschlamm den Phosphor entziehen, um ihn wiederzuverwerten – zum Beispiel als Dünger oder als Grundstoff in der Chemieindustrie. Dies kann zum Beispiel auch in Pyrolyse- und Vergasungsanlagen geschehen, die ohnehin viel von den im Klärschlamm enthaltenen Stoffen und der Energie wiederverwerten. Dabei entstehen dann zum Beispiel Erdgas-Ersatz-Produkte als Energieträger oder stark aufgespaltene organische Moleküle.
Insgesamt waren im Erhebungsjahr 2023 in Sachsen rund 71.000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm zu entsorgen. Davon landeten 38 Prozent in den erwähnten „Monobehandlungsanlagen“ für ein echtes Recycling. Weitere 40,7 Prozent haben die beauftragten kommunalen und privaten Unternehmen in Verbrennungsanlagen gesteckt – beschönigend „thermische Behandlung“ genannt. Der Rest landete als Dünger oder Abfall im Boden.
Autor: hw
Quelle: Stat. LA Sachsen

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