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Sachsen verbrennt weniger Klärschlamm

Die 35 Meter großen Fauleier der Stadtentwässerung in Dresden-Kaditz verwandeln Fäkalien und Fett in Energie. Künftig soll sort auch Küchenabfall rein und die Anlagen der Energie-Autarkie näher bringen. Foto: Stadtentwässerung Dresden
Die 35 Meter großen Fauleier der Stadtentwässerung in Dresden-Kaditz verwandeln Fäkalien und Fett in Energie. Foto: Stadtentwässerung Dresden

40 Prozent weniger Trockenmasse landeten im Ofen

Kamenz, 17. März 2025. Die sächsische Abfallwirtschaft verbrennt immer weniger Klärschlamm – auch, weil dieser Entsorgungsweg wegen gesetzlicher Vorgaben bald ohnehin vor dem Aus steht. Das geht aus einer Mitteilung des statistischen Landesamtes in Kamenz hervor.

„Von 2021 bis zu den aktuellen Ergebnissen des Jahres 2023 sank die von öffentlichen Abwasserentsorgungsanlagen in Mitverbrennungsanlagen entsorgte Menge Klärschlamm um mehr als 18.000 Tonnen Trockenmasse (-38,8 Prozent) auf knapp 29.000 Tonnen Trockenmasse“, berichten die Landesstatistiker. „Im Gegenzug werden immer größere Mengen in Monobehandlungsanlagen entsorgt.“

Diese „Monobehandlung“ bedeutet, dass spezielle Anlagen dem getrockneten Klärschlamm den Phosphor entziehen, um ihn wiederzuverwerten – zum Beispiel als Dünger oder als Grundstoff in der Chemieindustrie. Dies kann zum Beispiel auch in Pyrolyse- und Vergasungsanlagen geschehen, die ohnehin viel von den im Klärschlamm enthaltenen Stoffen und der Energie wiederverwerten. Dabei entstehen dann zum Beispiel Erdgas-Ersatz-Produkte als Energieträger oder stark aufgespaltene organische Moleküle.

Insgesamt waren im Erhebungsjahr 2023 in Sachsen rund 71.000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm zu entsorgen. Davon landeten 38 Prozent in den erwähnten „Monobehandlungsanlagen“ für ein echtes Recycling. Weitere 40,7 Prozent haben die beauftragten kommunalen und privaten Unternehmen in Verbrennungsanlagen gesteckt – beschönigend „thermische Behandlung“ genannt. Der Rest landete als Dünger oder Abfall im Boden.

Autor: hw

Quelle: Stat. LA Sachsen

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger