400 Millionen Euro Zuschuss winken: Bund will Anlage für Öko-Kerosin in der Lausitz

Unternehmen können sich nun um die Subventionen für künstlichen Flugzeug-Treibstoff bewerben
Cottbus, 18. Februar 2025. Das Bundeswirtschaftsministerium möchte, dass in der Lausitz eine Produktionsanlage für Synthese-Kerosin aus erneuerbaren Energien entsteht. Damit sich dafür ein Bauherr und Betreiber findet, lockt das Habeck-Ministerium mit rund 400 Millionen Euro Subventionen – soweit die EU da mitspielt. Unternehmen können sich bis Mitte April in einem Interessensbekundungsverfahren um die Zuschüsse bewerben, teilte das Ministerium in Berlin mit.
Treibstoff aus Ökostrom, Wasser und Kohlendioxid
Die Idee dabei ist, dass ein Unternehmen in der Lausitz – womöglich im Raum Cottbus – eine Anlage baut und betreibt, die Kerosin aus Kohlendioxid sowie Wasserstoff synthetisiert. Dabei soll wiederum der Wasserstoff vorzugsweise in Elektrolyseuren mit Sonnen- oder Windstrom aus Wasser erzeugt werden. Dieser Pfad hin zu Synthese-Kraftstoffen wird auch „Power to Liquids“ (P2L oder PtL) genannt. Die Lausitz biete sich als Standort die passenden Voraussetzungen, heißt es aus dem Ministerium. Dort werden durch die Leag derzeit viele Solar- und Windanlagen gebaut, zudem gibt es einige Unternehmen der Luftfahrtbranche in Brandenburg. Das Kompetenzzentrum „PtX Lab Lausitz“ in Cottbus soll das Projekt unterstützen.
Anlage soll Perspektiven nach Kohleausstieg eröffnen
„Jetzt kommt es darauf an, in die richtigen Technologien und in die Energieträger der Zukunft zu investieren“, meint Bundes-Wirtschaftsstaatssekretär Michael Keller. „Die Errichtung einer Demonstrationsanlage in industriellem Maßstab zur Herstellung solcher Power-to-Liquid-Kraftstoffe in der Lausitz trägt hierzu bei. Sie unterstützt zudem den Wandel der Lausitz hin zu einer starken Energieregion nach dem Kohleausstieg.“
Bisher konnten sich werder fliegende Stromer noch H2-Flugzeuge durchsetzen
Um die Flugzeugflotten in Deutschland oder weltweit umweltfreundlicher als bisher zu betreiben, gibt es zwar mehrere Ideen, aber keine davon hat bisher das Potenzial, sich im Massenmarkt durchzusetzen: Rein elektrisch angetriebene Flugzeuge gibt es erst wenige, wegen der schweren Akkus sind ihre Reichweiten stark begrenzt. Für Wasserstoff-betriebene Flugzeuge gibt es nicht mal annähernd genug Synthese-Wasserstoff. Etwas realistischer ist eine Beimischung von Synthese-Kerosin zu fossil gewonnenem Kerosin. Allerdings ist Synthese-Kerosin teuer und auch nicht in ausreichenden Mengen verfügbar. Daher will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nun mit Subventionen für den Bau eines solchen Anlage in der Lausitz sorgen. Die Erfahrung mit ähnlichen Projekten beispielsweise für die Wasserstoff-Synthese zeigt allerdings, dass nicht allein der Bau einer solchen Anlage bezuschusst werden muss, sondern dass wegen der hohen deutschen Energiepreise ein kostendeckender, marktwirtschaftlicher Betrieb auf Dauer kaum möglich ist.
Informationen zu dem Projekt sind über die E-Mail-Adresse demoanlageLausitz@bmwk.bund.de erhältlich.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: BMWK, Oiger-Archiv, Wikipedia

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