IG Metall: Nächste Regierung muss ostdeutschen Industrie retten

„Massive Investitionen des Staates und der Unternehmen“ auf Pump gefordert
Berlin/Leipzig, 27. Dezember 2024. Die nächste Bundesregierung, aber auch die Unternehmer müssen im Jahr 2025 mehr tun, um die De-Industrialisierung in Ostdeutschland zu stoppen und wieder für einen Aufschwung zu sorgen. Das hat die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen gefordert.
„Kalkulierbare und wettbewerbsfähige Strompreise“ nötig
Nötig seien dafür „massive Investitionen des Staates und der Unternehmen in ein modernes, innovatives und gerechtes Industrieland, ein schnellerer Hochlauf der Elektromobilität und die Sicherung von guter Arbeit durch Tarifverträge und Qualifizierung“, forderte Bezirksleiter Dirk Schulze. Indirekt plädieren die Gewerkschafter dafür, diese Ausgaben durch Schulden zu finanzieren: „Deutschland spart sich kaputt – bei den Stromnetzen, bei den Schulen, im Wohnungsbau“, argumentiert Schulze. „Diese Schuldenbremse muss weg.“ Auch müsse die kommende Regierung „rasch für kalkulierbare und wettbewerbsfähige Strompreise für die energieintensive Industrie sorgen“.
Investieren statt jammern
Gerade für die Auto- und Maschinenbauer war 2024 ein bitteres Jahr: Weltweit schwinden die Marktanteile, die deutschen Exporte schrumpfen, auch, weil die chinesische Konkurrenz immer stärker wird. Dabei eigene Versäumnisse der Unternehmen – etwa bei Innovationskraft und neuen Geschäftsmodellen – mit hausgemachten wirtschaftspolitischen Problemen in Deutschland zusammen. „Gerade in Ostdeutschland haben wir in den vergangenen Jahren bedeutende industriepolitische Erfolge erzielt“, betont Gewerkschafter Schulze. „Diese Fortschritte dürfen nicht gefährdet werden. Wir brauchen Unternehmen, die sich zum Standort Deutschland bekennen und hier investieren, statt nur zu jammern.“
Für die Zeit nach der Bundestagswahl haben die Metaller auch schon die nächsten Aktionen angekündigt: Mit einem bundesweiten „Aktionstag für sichere und gute Arbeit in der Industrie“ werde die Gewerkschaft kurz nach der Bundestagswahl am Samstag, 15. März 2025, die Aufmerksamkeit auf dieses Schlüsselthema lenken. Im Osten werde die zentrale Kundgebung in Leipzig stattfinden.
Autor: Oiger
Quellen: IG Metall, Oiger-Archiv

Ihre Unterstützung für Oiger.de!
Ohne hinreichende Finanzierung ist unabhängiger Journalismus nach professionellen Maßstäben nicht dauerhaft möglich. Bitte unterstützen Sie daher unsere Arbeit! Wenn Sie helfen wollen, Oiger.de aufrecht zu erhalten, senden Sie Ihren Beitrag mit dem Betreff „freiwilliges Honorar“ via Paypal an:
Vielen Dank!

