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Deutschland hat drei Millionen Arbeitskräfte in Reserve

Der demografische und politische Sonderwünsche belasten die Rentensysteme und andere Sozialversicherungen zunehmend. Visualisierung: Dall-E
Visualisierung: Dall-E

Kinderbetreuung und keine passenden Jobs halten viele Menschen von Arbeit ab

Wiesbaden, 5. September 2023. Deutschland hatte Ende 2022 noch ungefähr drei Millionen Arbeitskräfte in Reserve. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden eingeschätzt – und stützt sich dabei auf Umfragen und Arbeitskräfteerhebungen.

„Diese sogenannte ,Stille Reserve’ umfasst Personen ohne Arbeit, die zwar kurzfristig nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sind oder momentan nicht aktiv nach Arbeit suchen, sich aber trotzdem Arbeit wünschen“, hieß es dazu von den Bundesstatistikern. Dazu gehören Menschen, die eigentlich arbeiten wollen, aber zum Beispiel Kinder oder andere Angehörige betreuen müssen (Gruppe A), die glauben, keine passende Tätigkeit finden zu können (Gruppe B) oder die nur ganz allgemein arbeiten wollen, aber nicht konkret nach einer Arbeit suchen (Gruppe C).

Die „stille Reserve“ ist im Übrigen mehrheitlich weiblich: 56,8 % sind Frauen. Ein Teil von ihnen würde womöglich arbeiten gehen, wenn zum Beispiel mehr Kita-Plätze für ihre Kinder verfügbar wären.

Anzunehmen ist daher wohl auch, dass diese „Stille Reserve“ in Ostdeutschland wohl anteilig nicht so hoch ausfallen wird, da es hier mehr Kita-Angebote gibt. Dennoch dürfte diese Reserve wohl gerade auch in Sachsen in nächster Zukunft eine Rolle spielen, da gerade der wachsende Technologiesektor einen starken Arbeitskräftebedarf angemeldet hat.

Autor: hw

Quelle: Destatis

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger