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Mehr KI-Kontrolle über EU-Gesetz hinaus gefordert

Eine Künstliche Intelligenz fahndet ab sofort mit 300 Sensoren nach urbanen Hitzeinseln in Dresden. Visualisierung: Dall-E,, bearbeitet (hw)
Künstliche Intelligenz. Visualisierung: Dall-E,, bearbeitet (hw)

Berliner Analystinnen sehen viele Risiken in der Technologie

Berlin, 22. Juli 2023. Für eine stärkere Kontrolle und Regulierung „Künstlicher Intelligenzen“ (KI) über das geplante europäische KI-Gesetz hinaus plädieren die Forscherinnen Pegah Maham und Sabrina Küspert von der „Stiftung Neue Verantwortung“ (SNV) aus Berlin. „Angesichts der Vielfalt der Risiken sind zusätzliche politische Maßnahmen erforderlich“, betonen sie in ihrem Aufsatz „Governing General Purpose AI“.

Nutzer verleiteten KIs zu Gedankenspielen, wie Menschheit zerstört werden könnte

Die Analystinnen sehen eine „schiere Vielfalt, Tragweite und Unvorhersehbarkeit möglicher Risiken“ durch universelle KI-Modelle, die wegreguliert werden müssten. Dazu zählen sie die Verbreitung von Desinformation, kriminellen Missbrauch, Unfälle oder systematische Diskriminierung. „Obwohl viele das enorme wirtschaftliche Potenzial dieser Modelle betonen, haben eine Vielzahl von Vorfällen – von einem KI-generierten Livestream voller Transphobie und Hassreden bis hin zu einem Experiment mit einem Allzweck-KI-basierten Agenten, dessen Ziel es war, ,die Menschheit zu zerstören’, und Ängste vor Störungen unseres Bildungssystems – zu wachsender Besorgnis über die von diesen Modellen ausgehenden Risiken geführt.“

3 Hauptrisiken: unverlässig, böse und machtkonzentrierend

Die Autorinnen sehen drei Hauptrisikokategorien: KIs können demnach erstens unzuverlässig sein, seien zweites auch zu bösen Dingen einsetzbar und drittens bergen sie die Gefahr, dass wirtschaftliche Macht zentralisiert und ungleich verteilt ist, weil es nur wenige Unternehmen gebe, die wirklich große und universelle KI-Modelle haben.

Quelle: SNV

Wissenschaftliche Publikation:

„Governing General Purpose AI“ von Pegah Maham und Sabrina Küspert, in: SNV Policy Brief Juli 2023, Fundstelle im Netz hier

Zum Weiterlesen:

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Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger