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Mehr Schwangere wegen Corona beatmet und mehr Frühgeburten

Neonatologen raten Schwangeren zur Anti-Corona-Impfung: Die schätzt nicht nur sie, sondern auch das Baby. Foto: Carus Akademie
Neonatologen raten Schwangeren zur Anti-Corona-Impfung: Die schätzt nicht nur sie, sondern auch das Baby. Foto: Carus Akademie

Ursache für jüngsten Anstieg noch unklar, DGPM rät zu Impfung

Dresden/Kiel, 7. Mai 2021. Eine Corona-Erkrankung verläuft bei Schwangeren oft schwerer als bei anderen Frauen. Diesen Befund mehrerer Mediziner beziehungsweise Krankenhäuser im In- und Ausland bestätigt die „Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin“ (DGPM), die in ihrem „Cronos“-Register die Zusammenhänge zwischen Covid19 und dem Schwangerschaftsverlauf an über 150 Kliniken in Deutschland erfasst. Seit kurzem häufen sich nun die schweren Fälle: „Wir finden in ganz Deutschland zurzeit einen Anstieg sehr schwerer Verläufe, bei der die schwangeren Frauen beatmet werden müssen“, berichtet Prof. Ulrich Pecks vom Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel, der „Cronos“ gemeinsam mit Prof. Mario Rüdiger vom Uniklinikum Dresden (USD) aufgebaut hatte.

„Eine schlüssige Erklärung haben wir noch nicht“

Es handele sich zwar absolut nur um wenige Fälle, aber der Anstieg sei deutlich: Im März und April 2021 mussten demnach in den angeschlossenen Krankenhäusern elf Schwangere wegen Covid19 beatmet werden und damit etwa doppelt so viele wie in den Monaten davor. „Eine schlüssige Erklärung haben wir hierzu noch nicht, aber wir gehen der Sache nach“, versprach Pecks.

Zudem häufen sich auch die Frühgeburten, die dann eine intensivere Beobachtung und Behandlung des Neugeborenen nach sich ziehen. Insgesamt sei aber das Corona-Risiko für Babys eher gering. „Wir können die Frauen, die während der Schwangerschaft positiv auf Sars-Cov-2 getestet wurden, mittlerweile beruhigen“, betonte der Dresdner Neonatologe Rüdiger. „Weniger als fünf von 100 Neugeborenen wurden nach der Geburt positiv auf Sars-Cov-2  getestet und nur sehr wenige sind ernsthaft erkrankt.“

Antikörper nach Impfung auch beim Baby nachweisbar

Ähnlich wie andere Fachgesellschaften empfiehlt die DGPM den Frauen auch während der Schwangerschaft eine Anti-Corona Impfung. „Diese schützt nicht nur die Schwangere“, erärte Prof. Rüdiger. „Auch bei dem Neugeborenen sind nach einer Impfung der Schwangeren die schützenden Antikörper nachweisbar.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: UKD

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger