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Uniklinik Dresden setzt Remdesivir gegen Corona ein

Nach ihrer überstandenen "SARS CoV2"-Infektion hat Jenny Fischer noch auf der Intensivstation damit begonnen, ihre durch die Erkrankung geschwächte Lunge zu trainieren. Die Intensivschwester Marie Kucianova (links) und Dr. Laura Heim, Ärztin in Weiterbildung (rechts), gehörten zum Team der Intensivstation, die 20 Tage COVID-19-Patientin Jenny Fischer versorgt haben. Foto: Marc Eisele für das Uniklinikum Dresden
Die Intensivschwester Marie Kucianova (links) und Dr. Laura Heim, Ärztin in Weiterbildung (rechts), gehörten zum Team der Intensivstation, die 20 Tage COVID-19-Patientin Jenny Fischer versorgt haben. Foto: Marc Eisele für das Uniklinikum Dresden

Erkrankte Krankenschwester genesen

Dresden, 15. Mai 2020. Die Uniklinik Dresden hat das Ebola-Medikament „Remdesivir“ laut eigenen Angaben erfolgreich bei einer Corona-Patientin eingesetzt. Die 53-jährige Krankenschwester Jenny Fischer sei nach zwölfwöchiger Therapie als genesen entlassen worden.

Auf den Bauch belegt, beatmet und Remdesivir gegeben

Nach der Überweisung aus Görlitz hatte sich der Zustand der Patientin zunächst stark verschlechtert, berichten die Dresdner Ärzte. „Dass das Corona-Virus jemanden wie mich, der vorher keine gesundheitlichen Probleme hatte, so schwer erkranken lässt, hätte ich nicht geglaubt“, berichtete Jenny Fischer. „Vor der Verlegung nach Dresden hatte ich durch meine Atemprobleme Todesangst.“ Die Uniklinik-Mediziner setzten deshalb auf eine maschinelle Beatmung sowie eine Bauchlagerungstherapie und verabreichten Remdesivir. Nach ihrer Einschätzung half das Medikament, die Heilung zu beschleunigen.

Netzwerk half, Ebola-Medizin rasch zu bekommen

„Mit der erstmaligen Gabe des antiviralen Wirkstoffs haben wir guten Gewissens Neuland betreten können“, betonte Profesorin Thea Koch, die Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie. „Denn die Versorgung schwerstkranker Menschen ist Alltag auf unserer Intensivstation, bei der wir regelmäßig nach neuen Wegen suchen und uns dazu eng mit Kollegen aus der ganzen Welt vernetzt haben. So gelang es uns, nach der Entscheidung für die Gabe von Remdesivir bei dieser Patientin das Medikament sehr kurzfristig zu bekommen.“

Hintergrund: Remdesivir ist kein reguläres Medikament gegen Corona-Viren, sondern wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt. Es darf aber im Rahmen von Studien auch gegen Covid19 eingesetzt werden, wenn andere Therapien nicht verfügbar oder erfolglos sind.

Autor: Oiger

Quelle: Uniklinik Dresden

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger