Internet & IoTNewsRecht & Justiz

Jedes dritte Opfer von Online- Erpressern zahlt Lösegeld

Rausgeworfenes Geld: 20 Prozent der Opfer von Online-Erpressern, die Lösegeld gezahlt haben, bekamen ihre Computer nicht wieder entschlüsselt. Grafik: Kaspersky
Rausgeworfenes Geld: 20 Prozent der Opfer von Online-Erpressern, die Lösegeld gezahlt haben, bekamen ihre Computer nicht wieder entschlüsselt. Grafik: Kaspersky

Kaspersky rät: Lieber Polizei einschalten

Moskau/Ingolstadt, 4. November 2016. Immer mehr Internet-Nutzer werden zum Opfer von Online-Erpressern – und immerhin jeder dritte Betroffene zahlt auch Lösegelder. Das haben Umfragen und Auswertungen der russischen Sicherheitssoftware-Firma Kaspersky aus Moskau ergeben.

Jeder 5. Zahler bekommt Kontrolle über Rechner nicht zurück

Kaspersky-Manager Holger Suhl von der deutschen Außenstelle in Ingolstadt hält dies aber für den falschen Weg: „Wir raten allen Ransomware-Opfern dazu, nicht auf Lösegeldforderungen einzugehen und stattdessen die hierfür zuständigen polizeilichen Behörden einzuschalten. Nur so können die Hintermänner effektiv bekämpft werden“, betonte er. „Wer das Lösegeld bezahlt, unterstützt das Geschäftsmodell der Cyberkriminellen. Außerdem zeigt unsere Umfrage: es gibt keine Garantie, dass nach einer Lösegeldzahlung die verschlüsselten Daten wieder entschlüsselt werden können.“

Was tut Ransomware?

Die Cyber-Gangster schleusen meist durch E-Mail-Trojaner oder auf anderen Wegen eine Verschlüsselungs-Erpresser-Software (Ransomware) auf den Rechner ihrer Opfer. Dieses Programm verschließt dann jeden Zugriff auf den Computer und fordert mit einem Sperrbildschirm die Betroffenen auf, ein Lösegeld zu zahlen, dann werde der Rechner wieder entschlüsselt werde. Allerdings halten sich die Erpresser nicht immer daran: Immerhin jeder fünfte Erpresste, der gezahlt hat, bekam auch danach den Zugriff auf seinen Computer nicht mehr zurück. In manchen Fällen helfen dann manchmal spezielle Dekodier-Programme, die Hersteller von Schutzsoftware teils auch gratis bereitstellen.

Insgesamt greift dieses Erpresser-Unwesen im Netz immer mehr um sich: Im dritten Quartal 2016 registrierte Kaspersky 2,6 Mal so viele Ransomware-Angriffe wie im Vorquartal. hw

Zum Weiterlesen:

Neue GVU-Trojanerwelle von Filmportalen

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

Schreibe einen Kommentar