Gravitationswellen und die KI als Forscherin: Tausende Physiker in Dresden erwartet

DPG richtet Frühjahrstagung in Sachsen aus
Dresden/Mainz/Erlangen, 23. Januar 2026. Quantentechnologie, Künstliche Intelligenz als Forscherin in automatisierten Laboren, Gravitationswellen, neuartige Computerkonzepte und mehr: Mitte März ist Dresden wieder einmal Gastgeber für eine der größten Physikertagungen in Europa. Tausende Wissenschaftler aus aller Welt kommen vom 8. bis 13. März 2026 an die bisher einzige ostdeutsche Exzellenzuniversität, um während der Frühjahrstagung der „Deutschen Physikalischen Gesellschaft“ (DPG) über Fortschritte in der Teilchen-, Astro- und Quantenphysik, in der Festkörper- und Materialforschung, bei der Analyse komplexer Systeme und dergleichen mehr zu diskutieren.
Rund 8000 Wissenschaftler kommen nach Dresden, Mainz und Erlangen
Weitere Frühjahrstagungen richtet die DPG ebenfalls im März in Mainz und Erlangen aus. Insgesamt erwartet die Forschungsgesellschaft rund 8000 Physiker aus dem In- und Ausland zu diesen drei Kongressen. Diese Tagungen dienen einerseits dem Austausch über neue Erkenntnisse, sollen andererseits Nachwuchsphysikern ein Podium bieten und eine Möglichkeit, sich auf den neuesten Stand der Forschung zu bringen. „Darüber hinaus bieten die Frühjahrstagungen Raum für den Austausch über die Verantwortung der Physik in einer sich wandelnden Welt – etwa in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Energie, Klima und technologische Innovation“, betont die DPG.
Einstein-Slam geplant
Für Nicht-Physiker wird es auch wieder ein Begleitprogramm geben: „Gravitationswellenastronomie – quo vadis?“ fragt beispielsweise in einem populärwissenschaftlichen Vortrag Prof. Michèle Heurs vom „Deutschen Zentrum für Astrophysik“ (DZA), das derzeit in der Lausitz entsteht. Der Zutritt ist gratis, das Referat beginnt am 11. März 2026, 19 Uhr, im Hörsaalzentrum der TU Dresden. Bereits am 9. März lädt die Uni ab 20 Uhr am gleichen Ort zu einem „Einstein-Slam“ ein. In Mainz stellt Prof. Markus Oberthaler von der Uni Heidelberg am 5. März „Quantentechnologien für Klima und Umwelt – Unsere Ozeane, unser Eis, unser Trinkwasser – wenige Atome verraten Alter“ vor. „Astroteilchenphysik mit Gammastrahlung und Neutrinos” ist das Thema von Prof. Claudio Kopper und Prof. Christopher van Eldik am 17. März in Erlangen.
Astrophysiker angeln in der Lausitz nach dem Einsteinteleskop
Die DPG richtet ihre Frühjahrstagungen abwechselnd in wichtigen deutschen Universitätsstädten aus. Dresden war bereits mehrfach Gastgeber dafür. Speziell das erwähnte Thema „Gravitationswellenastronomie“ hat in Sachsen in jüngster Zeit besondere Relevanz gewonnen: Eben weil hier das Astro-Großforschungszentrum entsteht. Zudem bringt das DZA die Lausitz als möglichen Standort für das geplante europäische Einstein-Teleskop in Stellung, das mit unterirdischen Lasertunneln die einst von Einstein vorausgesagten Schwerkraftwellen im Universum besonders präzise auffangen soll.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: DPG, Oiger-Archiv

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