FMC Dresden will erste superschnelle Speicher 2026 auf den Markt bringen

Produktion zunächst bei Auftragsfertigern, später in eigener Fab in Magdeburg geplant
Dresden, 27. Dezember 2025. Damit Künstliche Intelligenzen (KI) in Europa und weltweit schneller lernen und Aufgaben lösen, bekommen sie demnächst von „FMC“ aus Dresden sehr schnelle und dennoch merkfähige Speicherchips verpasst. Diese ferroelektrischen Datensilos sollen das energie- und zeitfressende Hin- und Herschaufeln und das Auffrischen von Daten in KI-Rechenzentren deutlich reduzieren. Die ersten Speicher dieser Art will die Uni-Ausgründung im Jahr 2026 auf den Markt bringen. Das hat FMC-Chef Thomas Rückes gegenüber seinen Risikolapitalgebern vom „Hightech-Gründerfonds“ (HTGF) angekündigt.
„Wir reduzieren die Chip-to-Chip-Kommunikation massiv.“
FMC-Chef Thomas Rückes
„Gerade in Rechenzentren werden permanent sehr große Datenmengen hin- und herbewegt“, argumentiert Rückes. „Diese Chip-to-Chip-Kommunikation ist daher einer der zentralen Flaschenhälse, sowohl für die Performance als auch für die Energieeffizienz moderner KI-Rechenzentren.“ Mit den neuen nichtflüchtigen, aber trotzdem sehr schnellen Speichern aus Sachsen werde sich das ändern: „Wir reduzieren die Chip-to-Chip-Kommunikation massiv“, kündigte er an. Dies werde die Leistung und Effizienz von KI-Rechenzentren deutlich steigern.
Uni-Ausgründung als Innovator
Technologisch stecken dahinter in Dresden entwickelte ferroelektrische Speicherzellen, die ähnlich schnell wie klassische dRAM-Chips arbeiten, aber anders als diese nicht fortwährend durch elektrische Auffrisch-Impulse an ihre gespeicherten Daten „erinnert“ werden müssen. Bisher konnte man immer nur eines haben: schnelle Speicher wie eben dRAM oder nichtflüchtige wie NAND-Flash. Die ferroelektrischen Schaltkreise vereinen beide Vorteile. Daher wollen die Dresden ihre Innovation einerseits als schnellen Aufrüst-Ersatz für dRAM-Speicherriegel vermarkten, andererseits als schnellen Zwischenspeicher für Haupt-Prozessoren, KI-Beschleuniger oder andere Logik-Schaltkreise. „Eine solche Lösung gibt es in dieser Form aktuell nicht am Markt“, betont Rückes und verspricht: „Unsere Technologien können einen relevanten Beitrag zur Wertschöpfung in Europa leisten.“
Fab in Magdeburg und Ausbau in Dresden geplant
FMC ist bisher ein Unternehmen ohne eigene Chipfabrik („fabless company“), lässt seine Speicher daher vorerst bei Auftragsfertigern produzieren. Geplant ist aber auch eine eigene Fabrik in Magdeburg. Auch das Hauptquartier in Dresden will Rückes noch ausbauen: FMC residiert in einem Industriealtbau mit Laboren im Dresdner Norden, dort hat das Unternehmen auch seine Entwicklung konzentriert. Erst kürzlich hatte das Unternehmen 100 Millionen Euro Wagniskapital für seine Skalierungspläne eingesammelt, außerdem winken Subventionen vom Bund.
„Das Zusammenspiel aus Industrie, Forschung und spezialisierten Dienstleistern macht den Standort besonders stark“, sagt der FMC-Chef über das „Silicon Saxony“. „In anderen Teilen Deutschlands gibt es einzelne Elemente davon, aber das komplette Paket in dieser Tiefe und Dichte findet man aus unserer Sicht nur in Dresden.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: FMC/HTGF, Oiger-Archiv

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