Sachsen wollen Taiwans zentraler Partner in Deutschland werden

Wirtschaftsminister: Freistaat soll „Taiwan Hub“ werden – nicht nur für die Mikroelektronik
Dresden/Taipeh, 10. September 2025. Neben weiteren Halbleiter-Ansiedlungen will sich Sachsen auch für andere Sektoren der wichtigste Partner für Taiwan in Deutschland werden. Das hat Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen, nach einem Besuch der Mikroelektronikmesse „Semicon Taiwan“ unterstrichen: „Unser langfristiges Ziel ist es, dass sich Sachsen in Deutschland als ‚Taiwan Hub‘ etabliert und das nicht nur für die Mikroelektronik, sondern auch für andere Branchen.“
„Dort können wir vielleicht noch etwas strukturierter vorgehen“
Andererseits könne der Freistaat auf der Insel noch einiges in puncto systematischer Ansiedlungspolitik lernen, räumte der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) im Anschluss ein: „Aus den Gesprächen nehmen wir viele Dinge mit, etwa was die Industriepolitik angeht“, resümierte er nach Treffen mit taiwanesischen Unternehmen wie Foxconn sowie Vertretern der Wissenschafts- und Technologiebehörde NSTC (National Science and Technology Council), dem Industrial Technology Research Institute (ITRI) und der Handelsbehörde ITA (International Trade Administration). „Dort können wir vielleicht noch etwas strukturierter vorgehen, wovon das ganze Land profitieren kann.“
Panter und Horn hatten die „Semicon Taiwan“ einerseits besucht, um für weitere Ansiedlungen in Sachsen zu werben. Andererseits sollte ihre Präsenz auch sächsischen Unternehmen Rückenwind geben, die ohnehin auf der Insel bereits Geschäfte machen oder dies vorhaben. Dazu gehören die Chipfabrik-Abgasreiniger von „DAS Environmental Expert“, das Automatisierungs-Unternehmen Fabmatics“, aber auch Partner wie „SMC“ und „Topco Scientific“.
„Die Halbleiterei ist ein sehr kapitalintensives Geschäft.“
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter zum Subventionsstreit
Derweil verteidigte Panter die Subventionen, mit denen Sachsen und der Bund viele Ansiedlungen und Ausbauprojekte von großen Halbleiterunternehmen im Freistaat versüßen. „Die Halbleiterindustrie ist für die Zukunft strategisch absolut wichtig“, argumentierte der Minister. „Da wir in Europa noch einen Nachholbedarf haben, müssen wir jetzt auch Geld in die Hand nehmen, um uns im weltweiten Wettbewerb zu behaupten. Die Halbleiterei ist ein sehr kapitalintensives Geschäft. Die Fabriken sind teuer, weil es auf sehr viel Genauigkeit ankommt, auf reinste Qualität auf höchstem Niveau.“
„In Taiwan hat Sachsen einen guten Klang“
Prestigeprojekte wie die Ansiedlung von TSMC oder der Bau der vierten Infineon-Chipfabrik in Dresden zahlen sich laut Panter für den Standort strategisch auch aus: „Insgesamt merken wir, dass Sachsen auf dem strategisch wichtigen Gebiet der Halbleiterindustrie als Top-Player wahrgenommen wird. Auch in Taiwan hat der Name Sachsen einen guten Klang. Der Freistaat wird hier immer bekannter, weil klar ist, dass wir Europas Nummer eins in der Mikroelektronik sind.“
Sachsen muss „dranbleiben“, um Position zu halten
Allerdings ist Europa im globalen Maßstab weiterhin eine eher kleine Spielwiese für die weltweite Halbleiterindustrie – und das haben die Sachsen auch in Taiwan gemerkt: „Wir sind ein kleiner, aber ein feiner Freistaat“, betont Panter. „Sachsen hat sehr viel zu bieten. Doch wir müssen dranbleiben, um die Position ganz vorn zu halten.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: SMWA, Oiger-Archiv

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