VW: Manufaktur Dresden bleibt 2026 geöffnet

Konzern stoppt Autobau in Dresden zum Jahresende, Prestigebau soll aber nicht schließen
Dresden, 19. August 2025. Zwar wird die gläserne VW-Manufaktur in Dresden spätestens ab dem Jahresende keine Autos mehr herstellen – nicht aber schließen. Das hat der sächsische Volkswagen-Sprecher Jonas Wetzel in einem Linkedin-Beitrag betont. Er reagierte damit auf zahlreiche Anfragen von Stadtfest-Besuchern am vergangenen Wochenende.
Sprecher verweist auf vereinbarte Standort-Garantien
„Das verkündete Ende der Fahrzeugproduktion in Dresden ist keine Schließung der Gläsernen Manufaktur“, betont Wetzel. Vielmehr sei geplant, die Fabrik „ohne den Automobilbau in der bisherigen Form“ neu auszurichten. „Denn alle deutschen Standorte bleiben am Netz. Auch die Gläserne Manufaktur in Dresden. Das ist der aktuelle Sachstand, so steht es in der Tarifeinigung vom Dezember.“ Auch die Stadt wünsche dies: Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) habe erklärt: „Das Ziel der Landeshauptstadt Dresden ist es, dass Volkswagen dauerhaft am Standort bleibt.“
Auslieferungen, Probefahrten, Restaurant und Veranstaltungsbetrieb sollen weiter gehen
Wie es mit der Manufaktur im neuen Jahr im Einzelnen weitergeht, ließ der Sprecher offen. Auf jeden Fall werden VW-Kunden dort weiter gekaufte Fahrzeuge dort abholen und Probefahrten unternehmen können. Auch der Restaurant- und Veranstaltungsbetrieb sollen weitergehen. Dies allein wird die Manufaktur indes nicht auslasten: „Wir arbeiten weiterhin intensiv an einem neuen Konzept, das auch eine mögliche Beteiligung von Partnern einschließt“, erklärt Wetzel. „Was hinter der Glasscheibe ab 2026 zu sehen sein wird, können wir im Moment deshalb noch nicht sagen.“

Glaspalast entstand ab 1999 als VW-Vorzeigeprojekt
Hintergrund: Die gläserne Manufaktur entstand 1999 bis 2002 nach Entwürfen des Star-Architekten Gunter Henn als Vorzeige-Fabrik von Volkswagen. Der Konzern ließ dort zunächst den Phaeton produzieren – ein letztlich erfolgsarmer Versuch, das VW-Logo in der Oberklasse zu platzieren. Ab 2017 stellte die Fabrik Elektroautos her. Wegen schwacher Nachfrage beschloss die Konzernleitung jedoch, die Stromerproduktion in der gesamten Gruppe stark zu drosseln. In diesem Zuge wurde auch das generelle Aus für die Autofertigung in Dresden entschieden.
Zukunft als Forschungszentrum gilt derzeit als Favorit
Seither gab es zahlreiche Vorschläge, wie sich das einstige Prestigeobjekt weiternutzen ließe – bis hin zum Konzert- und Kunsthaus. Als wahrscheinlichste Lösung gilt derzeit, dass die Technische Universität Dresden einen Teil des Hauses für Forschungszwecke übernimmt. Abzuwarten bleibt, ob VW in diesem Fall sein „Software Development Center Production“ oder andere Entwicklungseinrichtungen in die Manufaktur zurückholt, die vor Jahren in die „Universellen Werke Dresden“ ausgelagert worden waren.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: VW, Oiger-Archiv, Wikipedia

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