Klimaanlagen-Produktion um 75 % gestiegen

Immer mehr Deutsche installieren sich wegen heißer Sommer daheim Klimatechnik
Wiesbaden, 12. August 2025. Die Dürresommer der vergangenen Jahre machen sich auch im Haustechnik-Markt bemerkbar: Offensichtlich legen sich immer mehr Deutsche Klimaanlagen zu. So ist die Produktion von Klimageräten in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren um 75,1 Prozent auf rund 317.000 Stück im Jahr 2024 gestiegen, informiert das „Statistische Bundesamt“ (Destatis) aus Wiesbaden.
„Der höchste Stand der letzten fünf Jahre“
„Das ist der höchste Stand der letzten fünf Jahre“, betonen die Bundestatistiker. 2019 seien hierzulande nur 181.000 Klimageräte hergestellt worden. Wertmäßig habe die Produktion im selben Zeitraum um 34,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 zugelegt.
Deutschland bleibt trotzdem Netto-Importeur
Dennoch bleibt Deutschland in diesem Sektor in wachsendem Maße auf Importe angewiesen: Die Exporte von Klimageräten sind von 2019 bis 2024 um 2,8 Prozent auf 713 Millionen Euro zurückgegangen. Demgegenüber wuchsen die Importe um 48,2 Prozent auf 949 Millionen Euro. Hauptlieferanten waren Italien, China und Schweden.
Ein Zehntel des weltweit erzeugten Stroms geht für Klimaanlagen drauf, Tendenz: steigend
Der Trend zum Einbau von Klimaanlagen auch in Wohnungen hat freilich auch inzwischen vieldiskutierte Kehrseiten: Der Strombedarf steigt und belastet die Netze zusätzlich. Allein zwischen 1990 und 2016 legte der weltweite Energieverbrauch von Klimaanlagen von 600 auf rund 2000 Terawattstunden zu, getrieben vor allem von Installationen in den USA und in China. Auch der „Verein deutscher Ingenieure“ (VDI) hat bereits vor den damit verbundenen Herausforderungen gewarnt: „Etwa 10 Prozent des gesamten auf der Welt produzierten Stroms wird gegenwärtig für Klimaanlagen benötigt“, betonen die Ingenieure. In verbrauchsfreudigen Ländern wie den USA liegt dieser Anteil sogar bei über 15 Prozent. Und die Prognosen für die Zukunft sind bedenklich: „Für Länder wie Indien und Indonesien wird im ungünstigsten Fall erwartet, dass 2050 an heißen Tagen zeitweise über 40 Prozent der gesamten Stromproduktion des Landes für die Klimatisierung aufgewendet werden müssen.“
Autor: hw
Quellen: Destatis, Statista, VDI

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