Bombastus Freital: Salbei-Ernte geht nach Regenzeit weiter

Naturheilmittel-Unternehmen rechnet mit 650 kg Trockentee
Freital, 12. August 2025. Nach dem verregneten Juli setzt „Bombastus“ seine Ernte in Freital bei Dresden fort. Das hat der sächsische Naturheilmittel-Hersteller nun mitgeteilt. Die Blüten, Triebspitzen, Stengel und Blätter des Salbei verarbeitet das Traditionsunternehmen zu Tees, Wundsalben sowie anderen Produkten.
Spezialtraktor im Einsatz
Ein speziell dafür umgebauter Erntetraktor braucht etwa vier Stunden pro Hektar. In einer Halle trocknen die Blätter dann und werden gerebelt. „In diesem Jahr werden auf neun Hektar Fläche Salbei für die Teeproduktion geerntet“, informiert Bombastus. „Dabei rechnet man mit rund 2800 Kilogramm Frischtee pro Hektar. Davon verbleiben nach Trocknen und Rebeln je nach Feuchtegrad rund 650 Kilogramm Trockentee.“
Vor 110 Jahren sammelten noch 50 Erntehelferinnen
Als die „Bombastus“-Werke – übrigens benannt nach Georg Bombast von Hohenheim – erstmals im Jahr 1914 auf eigenen Salbeifeldern erntete, war all dies noch Handarbeit: „Bis zu 50 Frauen banden sich große Pflückschürzen um und sammelten von Juli bis September Zeile für Zeile die obersten Triebe per Hand ein“, heißt es aus dem Unternehmen. „Sie wurden damals noch im Dachgeschoss des Stammhauses für die Verwendung als Tee behutsam getrocknet.“ Pro Hektar brauchten 50 Erntehelferinnen damals jeweils einen Tag. „Im Schnitt hat eine Salbeipflückerin innerhalb von sechs bis acht Stunden zehn Kilogramm frischen Salbei geerntet“, berichtet Vorstand Markus Kunze aus historischen Quellen.
Kleiner Teil wird immer noch in Handlese geerntet
Ein kleiner Teil der Ernte wird übrigens immer noch von Hand eingebracht: Für die Teesorte „Salbei-Triebspitzentee Handernte“ suchen sich die Ernter die besten Pflanzen aus und pflücken sie manuell. Etwa 600 Arbeitsstunden kommen bei der Ernte von 400 Kilogramm frischen Triebspitzen zusammen, um 100 Kilogramm Trockentee verpacken zu können. Im Jahr 2024 wurden 1700 Packungen „Salbei-Triebspitzentee Handernte“ à 25 Gramm über die Apotheken und den Internetladen verkauft, das sind 1,6 Prozent der 103.200 insgesamt verkauften Packungen an Salbeitee.
Schüler halfen in den Ferien mit
Hintergrund der jüngsten Erntepause war die „Regenzeit“ mitten im Sommer gewesen: Nach drei Tagen Ernte in der ersten Julihälfte mussten die Feldbauern wegen des regenreichen Wetters drei Wochen pausieren, bis die Ernte jetzt endlich weitergehen kann. „Für den gewünschten hohen Gehalt an ätherischen Ölen braucht die Salbeipflanze direkt vor der Ernte trockenes und sonniges Wetter“, erklärt Feldbauleiter Daniel Lehmann. „Also mussten wir – so wie alle Betriebe in der Landwirtschaft – abwarten. Allerdings hatten wir umso mehr mit dem Unkraut zu tun, das wir Beikraut nennen. Ohne die 15 Schüler, die uns in den Ferien geholfen haben, hätten wir das nicht geschafft! Und das Beikraut muss raus, bevor die Erntemaschine startet.“

Wer mehr darüber erfahren will, wie der Tee angebaut, geerntet wird und später in die
Packung oder den Filterbeutel kommt, kann am 5. September 2025 von 10 bis 18 Uhr einen „Tag der offenen Tür“ besuchen. Dann laden die Bombastuswerke ins Stammhaus in der Wilsdruffer Straße 170 in Freital ein. Sie bietet an diesem Tag drei thematische Werkführungen an, zu denen man sich aber vorher anmelden muss. Die Anmeldung ist jeweils von Montag bis Donnerstag zwischen 9 – 16 Uhr unter dem Telefon 0351-6580312 möglich. Weitere Infos gibt es hier im Netz.
Unternehmen baut Salbenproduktion aus
Die Nachfrage nach den naturnahen Bombastus-Produkten – seien es nun Tees, Salben, Hautpflege oder Öle – ist übrigens so groß, dass das Unternehmen erneut ausbauen will: Geplant ist ein neuer Reinraum in einem Bestandsgebäude. Die Fertigungskapazitäten für die Salben- und Tablettenproduktion sollen sich so bis 2029 auf 1800 Quadratmeter verdoppeln.
Autoren: Oiger, Sabine Mutschke
Quellen: Bombastus, Wikipedia, Oiger-Archiv

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