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Europas Autobauer installieren 23.000 neue Roboter

Leichtbauroboter tragen im BMW-Werk Leipzig Kleber auf Scheiben auf. Künftig sollen noch mehr Industrieroboter eingesetzt werden. Foto: BMW
Leichtbauroboter tragen im BMW-Werk Leipzig Kleber auf Scheiben auf. Foto: BMW

Automobilbranche setzt weiterhin massiv auf Robotik und festigt ihre Spitzenposition

Frankfurt am Main, 31. Juli 2025. Europas Autobauer investieren auf einem anhaltend hohen Niveau in die Automatisierung ihrer Fertigungsprozesse. Im Jahr 2024 installierte die Branche insgesamt 23.000 neue Industrieroboter – das zweitbeste Ergebnis der letzten fünf Jahre. Diese vorläufigen Zahlen der International Federation of Robotics (IFR) unterstreichen die Entschlossenheit der europäischen Automobilindustrie, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch fortschrittliche Robotik zu sichern.

„Der Automobilsektor ist die größte Abnehmerbranche für Robotik in Europa“, erklärt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics (IFR) in Frankfurt am Main. „Die Automobilhersteller in Europa installierten auf Jahressicht rund ein Drittel aller Industrieroboter. Mit insgesamt 23.000 Einheiten im Jahr 2024 liegt der Automobilsektor in Europa deutlich vor den rund 19.200 installierten Einheiten in Nordamerika.“

Dieser anhaltende Trend zur Automation ist ein klares Zeichen dafür, dass die europäische Automobilindustrie die Digitalisierung und Industrie 4.0 als entscheidende Faktoren für Effizienz, Qualität und Flexibilität in der Produktion erkannt hat.

Europäische Führungsrolle bei der Roboterdichte

Im weltweiten Vergleich zählt die Automobilproduktion in Europa zu den am stärksten automatisierten Standorten. Gleich sechs europäische Länder rangierten bei der Roboterdichte im Jahr 2023 unter den Top-10 des Branchenvergleichs. Die Roboterdichte wird dabei als das Verhältnis von Robotern zu 10.000 Fabrikarbeitern gemessen und ist ein wichtiger Indikator für den Grad der Automatisierung.

An der Spitze steht die Schweiz mit beeindruckenden 3.876 Robotern pro 10.000 Fabrikarbeitern. Dicht gefolgt von Slowenien auf dem dritten Platz (1.762 Einheiten). Deutschland belegt mit 1.492 Einheiten den sechsten Rang, gefolgt von Österreich (1.412 Einheiten) auf Platz acht und Finnland (1.288 Einheiten) auf Platz neun. Die Benelux-Länder schließen die Top-10 mit 1.132 Einheiten ab.

Diese beeindruckenden Zahlen belegen, dass europäische Länder Vorreiter bei der Integration von Robotern in der Automobilfertigung sind. Die hohe Roboterdichte ermöglicht es den Herstellern, Produktionsprozesse zu optimieren, die Qualität zu steigern und auf die Anforderungen einer sich ständig wandelnden globalen Automobilbranche zu reagieren.

EU-Länder dominieren den europäischen Robotermarkt

Abgesehen von der Schweiz sind alle genannten Automatisierungs-Champions auch Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die führende Rolle der EU-27-Länder in Europa zeigt sich dabei nicht nur in der Automobilindustrie, sondern mit einem Marktanteil von insgesamt 85 % aller Installationen über alle Branchen hinweg.

Deutschland nimmt dabei eine herausragende Position ein und zählt zu den fünf größten Robotermärkten weltweit. Das Land verbuchte im Jahr 2024 einen Anteil von etwa 30 % an den Gesamtinstallationen in Europa. Es folgen Italien mit etwa 10 % und Spanien mit etwa 6 %. Dieser starke Anteil Deutschlands unterstreicht die Rolle des Landes als Motor der europäischen Automatisierungsbewegung.

Von 2019 bis 2024 betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) der in Europa installierten Roboter robuste +3 %. Dies deutet auf ein nachhaltiges Wachstum hin, das über die kurzfristigen Schwankungen der Konjunktur hinausgeht. Die Investitionen in Robotik sind eine langfristige Strategie, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilhersteller zu sichern und auf die globalen Herausforderungen wie den Wandel zur Elektromobilität oder die Individualisierung von Fahrzeugen zu reagieren.

Die kontinuierliche Integration von Industrierobotern in die europäischen Autofabriken ist somit nicht nur ein Zeugnis technologischer Fortschrittlichkeit, sondern auch ein Indikator für die Anpassungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit einer der wichtigsten Industriezweige des Kontinents. Die Roboter sind längst keine bloßen Werkzeuge mehr, sondern unverzichtbare Partner in der Produktion, die entscheidend dazu beitragen, die hohen Qualitätsstandards und die Innovationskraft der europäischen Automobilindustrie zu gewährleisten.

Autor: Gemini

Quelle: IFR

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger