KI beflügelt Chipdesigner: Umsatzrekord trotz Turbulenzen

Zehn größte fabriklose Chip-Unternehmen verzeichnen Rekordhoch beim Umsatz
Taipeh, 1. August 2025. Die globale Chipdesign-Branche erlebt einen beispiellosen Höhenflug, angeführt von einer robusten Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI). Laut den jüngsten Untersuchungen von Trendforce erreichte der Umsatz der zehn größten Fabless Chip-Unternehmen im ersten Quartal 2025 beeindruckende 77,4 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Quartalswachstum von 6 % und markiert einen neuen Rekordwert. Dieser Aufschwung ist maßgeblich auf vorgezogene Lagerbestände aufgrund neuer US-Zölle auf Elektronik sowie den anhaltenden Bau von KI-Rechenzentren weltweit zurückzuführen, die eine starke Chip-Nachfrage selbst in der traditionellen Nebensaison aufrechterhielten.
Künstliche Intelligenz treibt das Wachstum
Die Dynamik des KI-Trends manifestiert sich in den beeindruckenden Zahlen der führenden Akteure. Unternehmen, die sich auf KI-Beschleuniger und zugehörige Infrastruktur spezialisiert haben, sind die größten Profiteure dieses Booms, den auch die aktuellen geopolitischen Spannungen und Saison-Effekte kaum bremsen.
Nvidia dominiert, Konkurrenz im Anmarsch
Nvidia behauptet seine unangefochtene Spitzenposition als umsatzstärkstes IC-Design-Unternehmen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf unglaubliche 42,3 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorquartal und sogar 72 % im Jahresvergleich. Dieser massive Anstieg ist hauptsächlich auf die zunehmenden Lieferungen der neuen Blackwell-Plattform zurückzuführen, die speziell für KI-Anwendungen entwickelt wurde.
Obwohl Nvidias H20-Chip durch aktualisierte US-Exportkontrollen eingeschränkt ist und voraussichtlich im zweiten Quartal Verluste verursachen wird, soll die margenstärkere Blackwell-Plattform die Hopper-Plattform schrittweise ersetzen und die finanziellen Auswirkungen abfedern.
Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. AMD belegte mit einem Umsatz von 7,44 Milliarden US-Dollar den vierten Platz, was einem Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorquartal entspricht, bedingt durch eine leichte Schwäche im Rechenzentrumssegment und anhaltende Zurückhaltung bei Gaming- und Embedded-Produkten. Dennoch stieg der Umsatz im Jahresvergleich um beachtliche 36 %. AMD bereitet sich darauf vor, in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Massenproduktion seiner nächsten Generation der MI350-Plattform hochzufahren und plant, die MI400 im Jahr 2026 auf den Markt zu bringen. Damit positioniert sich AMD als direkter Konkurrent zu Nvidias Blackwell und den kommenden Rubin KI-Chips. „Der Wettbewerb in der KI-Chip-Landschaft intensiviert sich, was letztlich Innovationen und die Leistungsfähigkeit für die Endkunden vorantreibt“, so ein Branchenanalyst.
Auch Broadcom zeigt Stärke und erreichte im zweiten Quartal einen Rekord-Halbleiterumsatz von 8,34 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 15 % im Jahresvergleich. Das Unternehmen expandiert weiterhin seine Hochgeschwindigkeits-Interconnect-Lösungen für KI-Server, hat den branchenweit ersten 102,4 Tbps Co-Packaged Optics (CPO)-Switch auf den Markt gebracht und sich kundenspezifische KI-ASIC-Verträge mit mehreren Tech-Giganten gesichert, wodurch es sich als wichtiger Nvidia-Rivale in der KI-Chip-Infrastruktur etabliert.
Breite Impulse durch KI und unerwartete Faktoren
Nicht nur die direkten KI-Chiphersteller profitieren. Auch Zulieferer und Unternehmen mit indirekten Bezügen zur KI-Infrastruktur verzeichnen deutliche Zuwächse. Marvell meldete einen Umsatz von 1,87 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 9 % gegenüber dem Vorquartal, getrieben durch die starke Nachfrage nach KI-Serverkomponenten. Neben der Bereitstellung kundenspezifischer KI-ASICs für große Cloud Service Provider (CSPs) spielen Marvells optische Interconnect-Lösungen eine entscheidende Rolle bei der Skalierung von KI-Rechenzentren.
Qualcomm, das zweitgrößte IC-Design-Unternehmen weltweit, verzeichnete im ersten Quartal (F2Q25) einen Umsatz von 9,47 Milliarden US-Dollar. Das mobile QCT-Segment ging saisonbedingt zurück, und Bedenken hinsichtlich Apples zunehmender Eigenentwicklung von Chips dämpften die Aussichten zusätzlich, was zu einem Umsatzrückgang von 6 % gegenüber dem Vorquartal führte. Als Reaktion darauf expandiert Qualcomm aktiv in die Bereiche KI-Smartphones, KI-PCs, Automobil und IoT.
MediaTek sicherte sich mit 4,66 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal den fünften Platz, angetrieben durch eine starke Nachfrage chinesischer Smartphone-OEMs nach seinen Chips der Dimensity 9400+ und 8000er-Serie. Höhere durchschnittliche Verkaufspreise (ASPs) für Smartphone-SoCs trugen ebenfalls zum Umsatzplus bei.
Ein herausragendes Ergebnis lieferte Realtek, dessen Umsatz im ersten Quartal um 31 % auf über 1,06 Milliarden US-Dollar stieg. Dieses Wachstum wurde durch erhöhte PC-bezogene Lagerbestände inmitten der Marktunsicherheit, eine stärkere Verbreitung von Wi-Fi 7 und die steigende Nachfrage nach Automotive-Ethernet-Lösungen angekurbelt.
Auch Novatek sah seinen Umsatz im ersten Quartal auf über 825 Millionen US-Dollar steigen, ein Plus von 6 % gegenüber dem Vorquartal, unterstützt durch Verbrauchersubventionen in China und vorgezogene Lieferungen von Kunden, die tarifbedingte Risiken vermeiden wollten.
OmniVision verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatz von 732 Millionen US-Dollar, ein Rückgang von 2 % gegenüber dem Vorquartal aufgrund der Nebensaison im Smartphone-Geschäft. Das Geschäft mit Automotive CIS zeigte jedoch eine starke Dynamik, da heimische EV-Marken zunehmend kamerabasierte Fahrerassistenzsysteme einsetzten.
Schließlich erreichte MPS mit einem Umsatz von etwa 638 Millionen US-Dollar ein Rekordhoch, getrieben durch die stark steigende Nachfrage nach Power Management ICs in KI-Rechenzentren. Ihre Computing- und Storage-Segmente verzeichneten eine signifikante Expansion.
„Der KI-Trend ist ein massiver Katalysator für die gesamte Halbleiterindustrie“, kommentiert ein Sprecher von TrendForce. „Selbst saisonale Effekte oder geopolitische Risiken können die enorme Dynamik, die durch die Entwicklung von KI-Infrastrukturen und -Anwendungen entsteht, kaum bremsen.“ Die Investitionen in KI-Rechenzentren sind global und anhaltend, was eine stabile Nachfrage für die Chipdesigner sicherstellt. Die Fabless-Modelle, die sich auf das Design und die Entwicklung von Chips konzentrieren, während die Fertigung ausgelagert wird, erweisen sich in diesem schnelllebigen Umfeld als besonders agil und erfolgreich.
Die Zahlen des ersten Quartals 2025 unterstreichen die zentrale Rolle, die KI nicht nur für die Tech-Giganten, sondern für die gesamte Halbleiter-Wertschöpfungskette spielt. Der Wettlauf um die Entwicklung der leistungsfähigsten und effizientesten KI-Chips wird sich in den kommenden Quartalen weiter verschärfen und verspricht anhaltendes Wachstum für die führenden Chipdesigner.
Autor: Gemini
Quelle: Trenforce
Meta-Beschreibung: Fabless Chip-Unternehmen verzeichnen Rekordumsatz (Q1 2025) durch KI-Nachfrage und vorgezogene Lieferungen. Nvidia führt das Feld an.
Schlagworte: Fabless Chips, KI, Umsatz, Halbleiter, Nvidia

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