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Liegt die Zukunft der Energie auf dem Mond?

So etwa könnte eine Mondbasis aussehen, von der aus Helium für Kernfusionsreaktoren auf dem Erdtrabanten abgebaut werden könnte. Visualisierung: Foster + Partners für die Esa, Esa-Standardlizenz,https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Terms_and_conditions_of_use_of_images_and_videos_available_on_the_esa_website
So etwa könnte eine Mondbasis aussehen, von der aus Helium für Kernfusionsreaktoren auf dem Erdtrabanten abgebaut werden könnte. Visualisierung: Foster + Partners für die Esa, Esa-Standardlizenz

Das alte Projekt, Helium-3 auf dem Erdbegleiter abzubauen, rückt wieder in den Fokus

Erdorbit, 28. Mai 2025. Die Menschheit blickt erneut zum Mond – diesmal nicht nur als Sehnsuchtsort, sondern als potenziellen Lieferanten für die Energie der Zukunft. Im Zentrum des Interesses steht Helium-3 – ein seltenes Isotop, das auf der Erde kaum vorkommt, auf dem Mond jedoch in erheblichem Maße durch den Sonnenwind abgelagert wurde. Wissenschaftler und Raumfahrtunternehmen weltweit verfolgen ehrgeizige Pläne, dieses wertvolle Material abzubauen, um die Vision einer sauberen und nahezu unerschöpflichen Energiequelle durch Kernfusion zu verwirklichen.

Fusionsreaktoren endlich in greifbarer Nähe

Die Idee dazu ist alt und wurde auch schon wiederholt in Science-Fiction-Filmen und -Büchern durchgespielt. Bisher scheiterte die Realisierung aber – man denkt es sich schon – an den immensen Kosten und dem Mangel an funktionierenden Fusionsreaktoren. Letztere rücken aber nach jahrzehntelangen Forschungen nun aber doch in greifbare Nähe: In den USA sind große Fortschritte bei der lasergestützten Trägheits-Fusion gelungen und in Deutschland befindet sich mit dem Stellarator „Wendelstein“ in Greifswald eine ganz neue und vielversprechende Generation von Fusionsreaktoren im Forschungsbetrieb. Eine Firmenausgründung will das Konzept nun zur Praxisreife führen.

Auch Fortschritte beim 3D-Druck beflügeln Mondhabitat-Pläne

Und diese Fortschritte haben eben auch das bereits etwas betagte, aber immer noch futuristisch anmutende Konzept reanimiert, den Treibstoff dafür auf dem Mond abzubauen, dort womöglich auch gleich Fusionsreaktoren zu installieren. Da es kostenseitig ausgeschlossen scheint, ganze Fabriken, Reaktoren und Wohngebäude per Rakete zum Mond zu transportieren, setzen manche Planer dafür auf 3D-Drucker, die aus dem Mondstaub solche Anlagen und Habitate vor Ort erzeugen.

China fliegt voran

Mehrere Nationen und private Unternehmen positionieren sich im Rennen um das Mond-Helium-3 derzeit: Die Volksrepublik China hat in den letzten Jahrzehnten ein ehrgeiziges Mondprogramm verfolgt, das explizit den Helium-3-Abbau als langfristiges Ziel nennt. China investiert massiv in die Entwicklung von Technologien für den Mondabbau und den Bau von Mondbasen. Die USA, durch die NASA und eine wachsende Zahl privater Raumfahrtunternehmen, haben ebenfalls ein starkes Interesse an den Mondressourcen signalisiert. Das Artemis-Programm der NASA zielt darauf ab, menschliche Präsenz auf dem Mond zu etablieren. Auch die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und Roskosmos in Russland haben das Potenzial von Mondressourcen erkannt.

Autoren: Heiko Weckbrodt & Gemini

Quellen: Nasa, Esa, Gemini, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger