ForschungNewszAufi

Kanzlerin macht Fusionsplasma im Wendelstein 7X heiß

Die nachkolorierte Aufnahme zeigt das erste heiße Wasserstoff-Plasma in Wendelstein 7-X. Kamerafoto: IPP
Die nachkolorierte Aufnahme zeigt das erste heiße Wasserstoff-Plasma in Wendelstein 7-X. Kamerafoto: IPP

Fusionsgemisch kam auf 80 Millionen Grad für ¼ Sekunde

Greifswald, 3. Februar 2016. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat heute in Greifswald das erste Wasserstoff-Plasma in der Fusionsanlage Wendelstein 7X heiß gemacht. Das Gemisch aus Wasserstoff-Atomrümpfen und Elektronen erreichte, angeregt durch eine Mikrowellen-Heizung, für eine Viertelsekunde rund 80 Millionen Grad Celsius, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) mit, das den Fusionsreaktor konstruiert hatte.

Anlage soll neues „Stellarator“-Design für Kernfusion testen

Eine Kernfusion wie in der Sonne kam bei der heutigen Zündung allerdings nicht zustande: Die Planck-Forscher haben den „Wendelstein 7X“ nicht als voll funktionsfähigen Fusionsreaktor gebaut. Vielmehr soll die 370 Millionen teure Anlage überhaupt erst mal den Nachweis erbringen, dass das mit Supercomputern verbesserte „Stellarator“-Design (eine Art vollkommen verdrehter Kuchenkringel) prinzipiell funktioniert, also heißes Wasserstoff-Plasma lange genug in einem stabilen Magnetfeld einsperrt, dass eine Fusionsreaktion starten könnte.

Blick in den Reaktorraum des Wendelstein 7X. Foto: Heiko Weckbrodt
Blick auf den Wendelstein 7X. Foto: Heiko Weckbrodt

Bereits im Dezember 2015 hatten die Planck-Forscher das erste Helium-Plasma in der Anlage gezündet. Dies diente allerdings vor allem zunächst der Reinigung der Anlage.

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

Schreibe einen Kommentar