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Roboter stapeln in Thüringen Reaktoren für heiße Wasserspalter

Kollaborative Roboter (Kobots) stapeln in Arnstadt die Stacks für Hochtemeperatur-Elektrolyseure. Foto Fraunhofer-IKTS
Kollaborative Roboter (Kobots) stapeln in Arnstadt die Stacks für Hochtemeperatur-Elektrolyseure. Foto Fraunhofer-IKTS

Dresdner Keramikinstitut IKTS und Thyssenkrupp wollen hochautomatisierte Fertigung testen

Arnstadt, 28. Mai 2025. Mit einer neuen Pilotanlage im thüringischen Arnstadt wollen das Dresdner Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS und „Thyssenkrupp Nucera“ die hochautomatisierte Produktion von Reaktorstapeln („Stacks“) für Hochtemperatur-Elektrolyseure (SOEC) testen. Die dort installierten Roboter sollen Stacks für eine Gesamtleistung von acht Megawatt pro Jahr stapeln. Das geht aus Angaben von Thyssenkrupp und einer IKTS-Mitteilung hervor.

Bis zu 30 % Stromersparnis im Vergleich zu PEM, Alkali & Co.

Der besondere Clou der keramikbasierten heißen Wasserspalter: Im Vergleich zu anderen Elektrolyseuren sollen sie 20 bis 30 Prozent weniger Strom verbrauchen, wenn sie Wasser in Sauer- und Wasserstoff elektrochemisch auftrennen. Voraussetzung ist allerdings ein benachbartes Stahlwerk oder ein anderer Betrieb, der ohnehin Wasserstoff braucht und Abwärme „produziert“, um die SOECs auf Betriebstemperaturen um die 800 Grad vorzuheizen.

Die Stacks bestehen aus einem sauerstoff-leitenden keramischen Elektrolytsubstrat mit zwei Elektroden, die zusammen mit Kopplungselementen, den Chrom-Eisen (CF)-Interkonnektoren, auf mehreren Schichten den Stack bilden.

Instituts-Chef Michaelis: SOEC-Technologie ist ein Game Changer

„Wir sind von den Vorteilen dieser Elektrolysetechnologie für die Produktion von grünem Wasserstoff überzeugt“, betonte Geschäftsführer Werner Ponikwar „Thyssenkrupp Nucera“, als er die Anlage offiziell startete. „Sie wird eine zentrale Rolle bei einem neuen, klimafreundlichen Energiemix einnehmen.“

Prof. Alexander Michaelis leitet das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden. Foto: Fraunhofer IKTS.
Prof. Alexander Michaelis leitet das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden. Foto: Fraunhofer IKTS.

Und IKTS-Leiter Prof. Alexander Michaelis gilt ohnehin seit Jahr und Tag als Verfechter der Hochtemperatur-Wasserstofftechnik: „Durch die Integration der SOEC-Technologie in industrielle Abwärmequellen oder der direkten Erzeugung von Synthesegas aus Wasser und CO2 können Unternehmen die Effizienz der Produktion von grünem Wasserstoff maximieren und ihre Dekarbonisierungsstrategie effektiv umsetzen“, betonte er. „Diese unikalen Vorteile machen die SOEC-Technologie zu einem echten Game Changer.“

Autor: hw

Quellen: IKTS, Oiger-Archiv, Thyssenkrupp Nucera, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger