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Generalstaatsanwalt klagt Albaner wegen Cyber-Anlagebetrug an

Die Isolation im Corona-Ausnahmezustand hat die Menschen egoistischer gemacht, hat eine Studie des IWH und der Uni Magdeburg ergeben. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt
Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

„PumaTs“-Bande soll über eine Milliarde Euro ergaunert haben

Dresden, 14. Mai 2025. Die „Zentralstelle Cybercrime Sachsen“ (ZCS) klagt vier Albaner an, als Teil einer internationalen Cybertrading-Bande in den Jahren 2019 bis 2022 mit betrügerischen Geldanlagen im Internet insgesamt Schäden von über 40 Millionen Euro angerichtet zu haben. Wobei dies nach Meinung der Ermittler wohl nur die Spitzen des Eisberges ist: Insgesamt soll die osteuropäische „PumaTs“-Bande aus über 500 Online-Anlagebetrugs-Plattformen betrieben und einen weltweiten Gesamtschaden von über einer Milliarde Euro angerichtet haben. Das geht aus einer Information der Generalstaatsanwaltschaft Dresden hervor, zu der die ZCS gehört.

Internationale Betrugsorganisation operierte von Osteuropa aus

Konkret werfen die Ankläger drei Albanern im Alter von 26 bis 31 Jahren Cybertrading-Betrug in 646 Fällen und einer 29-jährigen Albanerin 685 Betrugs-Fälle vor. Die Bande, zu der sie mutmaßlich gehörten, soll international, professionell und arbeitsteilig organisiert sein. So stellte „PumaTs“ als sogenannter „Brand-Provider“ von Albanien, Litauen und Georgien aus betrügerische Internet-Seiten aufgebaut haben, die den Opfern lukrative Online-Geldanlagen vorgaukelten. Dazu etablierte die Bande ein komplettes Kundenverwaltungssystem, koppelte sie mit Zahlungsdienstleistern und anderen Infrastrukturen. Über Werbeanzeigen seien die Geschädigten auf diese Portale geleitet worden, um an die persönlichen Daten zu gelangen, berichtet die Generalstaatsanwaltschaft. „Mit diesen Daten wurden dann Kundenkonten bei fingierten Online-Handelsplattformen angelegt und Gelder auf ausländische Konten transferiert.“ Von den versprochenen Gewinnen erhielten die Anleger nur Bruchteile oder gar nichts – wobei das nach Meinung der Ankläger von Anfang an Teil des „Geschäftsmodells“ war.

Verhaftungen in Georgien und Italien

Die nun angeklagten vier Albaner waren laut Anklage ein Teil dieser betrügerischen Cybertrading-Organisation. „Einer der Angeschuldigten wurde am 8. November 2022 in Georgien und die Angeschuldigte am 6. Oktober 2024 in Italien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert“, heißt es von den Anklägern. „Die anderen beiden Angeschuldigten haben sich dem Verfahren im Februar 2024 gestellt.“

Autor: hw

Quellen: GenStA DD, Wikipedia

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger