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Wasserstofftech-Firma Sunfire Dresden wird europäische Aktiengesellschaft

Der Hauptsitz des Elektrolyseur-Herstellers Sunfire liegt an der Gasanstaltstraße in Dresden. Foto: Sunfire
Der Hauptsitz des Elektrolyseur-Herstellers Sunfire liegt an der Gasanstaltstraße in Dresden. Foto: Sunfire

Die neue Rechtsform soll für mehr Internationalität und Vertrauen bei Kapital- und Auftraggebern sorgen.

Dresden, 2. April 2025. Um internationaler zu werden, aber auch für Kapital- und Auftraggeber attraktiver zu werden, wandelt sich der Dresdner Elektrolyseur-Hersteller von einer deutschen GmbH in eine Aktengesellschaft nach europäischen Recht, in eine „Societas Europaea“ (SE) um. Das hat das Wasserstoff-Technologieunternehmen heute mitgeteilt.

Sunfire Finanzchef Nils Aldag- Foto: Frank Grätz für Sunfire
Nils Aldag. Foto: Frank Grätz für Sunfire

„Sunfire hat nun eine Rechtsform, die zu einem zukunftsorientierten Unternehmen passt und unseren internationalen Ansatz reflektiert“

Nils Aldag, Sunfire-Chef

„Mit der Umwandlung in die SE hat Sunfire nun eine Rechtsform, die zu einem zukunftsorientierten Unternehmen passt und unseren internationalen Ansatz reflektiert“, betont Sunfire-Chef Nils Aldag. Die neue Rechtsform werde den Wachstumskurs von Sunfire unterstützen und „professionelle Strukturen schaffen, um internationale Anforderungen bestmöglich zu erfüllen“, meint Aufsichtsrats-Vorsitzender Frank Mastiaux. Damit verbunden sind höhere Transparenz-Pflichten fürs Unternehmen und auch ein Betriebsrat, über den die Sunfire-Beschäftigten künftig auch Vertreter in den Aufsichtsrat entsenden können.

Stammsitz bleibt in Dresden

In der Vergangenheit war immer wieder spekuliert worden, ob Sunfire angesichts seines stetigen Kapitalbedarfs irgendwann an die Börse geht. Mit der Umwandlung in eine SE erweitern die Dresdner nun zumindest den Kreis potenzieller Kapitalgeber und Anteilseigner, von denen womöglich nicht alle bereit wären, viel Geld in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu stecken. Zudem könnte dies womöglich die internationale Akquise größerer Aufträge erleichtern. Auf das laufende Geschäft oder den Unternehmenssitz, der weiterhin in Dresden bleibe, habe die neue Rechtsform aber keine Auswirkungen, betont die Geschäftsleitung. Allerdings liebäugelt Sunfire schon länger mit der Idee, eine größere Elektrolyseurfabrik, womöglich auch außerhalb der sächsischen Landeshauptstadt zu bauen. In Dresden selbst reicht der Hauptcampus an der Gasanstaltstraße jedenfalls schon nicht mehr, deshalb hat Sunfire auch Gebäude in der Nachbarschaft angemietet.

Solch ein Plattenstapel ("Stack") ist das Herz eines Hochtemperatur-Elektrolyseurs. Foto: Heiko Weckbrodt
Solch ein Plattenstapel („Stack“) ist das Herz eines Hochtemperatur-Elektrolyseurs. Foto: Heiko Weckbrodt

Elektrolyseure von Sunfire in zwei Technologielinien

Sunfire entstand 2010 in Bad Sarow, übernahm 2012 die Brennstoffzellen-Firma „Staxera“ und residiert seither auch in Dresden. Das Unternehmen fokussierte sich zunächst auf Anlagen, die Synthese-Diesel aus Wasser, Kohlendioxid und Ökostrom herstellen sollten, spezialisierte sich dann aber auf Hochtemperatur-Elektrolyseure, die Wasser bei hohen Temperaturen in Sauer- und Wasserstoff aufspalten. Durch den Zukauf einer Schweizer Firma bietet Sunfire inzwischen auch Elektrolyseure nach der älteren, aber bewährten „Alkali“-Technologie an. Inzwischen hat das Unternehmen 650 Beschäftigte am Hauptsitz in Dresden sowie an weiteren Standorten in Deutschland und der Schweiz. Das Auftragsvolumen umfasst derzeit laut eigenen Angaben Elektrolyseure mit einer addierten Gesamtleistung rund 800 Megawatt für Stahlwerke, Energie-Lieferanten, Raffinerien und andere Kunden.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Sunfire, Wikipedia, North Data, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger