Weltweite Mikroelektronik-Umsätze legen um 19 % zu, weiterer Schub erwartet

SIA-Verband rechnet für 2025 mit „zweistelligem Marktwachstum“
Washington, 9. Februar 2025. Die weltweiten Mikroelektronik-Umsätze werden in diesem Jahr erneut deutlich steigen, auf jeden Fall um über ein Zehntel. Das hat der US-Halbleiterverband „SIA“ aus Washington prognostiziert.
Verbandspräsident Nuffer: „Langfristige Branchenaussichten sind unglaublich stark“
„Der globale Halbleitermarkt verzeichnete 2024 sein höchstes Verkaufsjahr und führte zum ersten Mal einen Jahresumsatz von 600 Milliarden US-Dollar“, betonte SIA-Präsident John Nuffer. Ein „zweistelliges Marktwachstum“ sei für 2025 zu erwarten. Ein Grund dafür sei, dass Halbleiter inzwischen praktisch alle modernen Technologien wie Medizinprodukte, Kommunikation, Verteidigungsanwendungen, KI, fortschrittlicher Transport und unzähligen andere beherrschen. „Die langfristigen Branchenaussichten sind unglaublich stark.“
Vor allem Amerika und China legen stark zu
Laut SIA-Angaben waren die globalen Chipumsätze im Jahr 2024 bereits um 19,1 Prozent auf 627,6 Milliarden Dollar (607 Milliarden Euro) gestiegen. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Nord- und Südamerika mit 44,8 Prozent und China mit 18,3 Prozent.
Europa entfernt sich weiter von seinem 20%-Traum
In Europa sanken die Halbleiter-Umsätze hingegen sogar um 8,1 Prozent. Damit dürfte das selbstgesteckte Ziel der EU-Kommission, Europas Anteil an der weltweiten Mikroelektronik-Produktion bis zum Ende der Dekade auf 20 Prozent zu verdoppeln bis zu verdreifachen, in noch weitere Ferne rücken. Hintergrund: Brüssel hatte zwar die amerikanische Idee, mit einem „Chipgesetz“ die eigene Mikroelektronik in stärkere Marktpositionen hoch zu subventionieren, mit einem eigenen „EU Chips Act“ beantwortet. Der war jedoch weit niedriger als der „Chips and Science Act“ der USA dotiert. Zudem sollten die Mitgliedsländer den allergrößten Teil der versprochenen Ansiedlungs- und Ausbau-Subventionen für Chipfabriken in Europa selbst bezahlen.
Chipgesetz-Bilanz in Deutschland: In Dresden hat’s geklappt, in Magdeburg und Ensdorf gar nicht
In Deutschland waren dem Chipgesetz nur Teilerfolge beschieden: In Dresden, wo es bereits eine starke Mikrolektronik-Industrie gab und gibt, begünstigten milliardenteure Subventionen die erstmalige Ansiedlung einer TSMC-Chipfabrik in Europa, außerdem den Ausbau der Dresdner Infineon-Werke sowie Investitionen in die 3D-Chipmontage-Pilotlinie Apecs. In Magdeburg hingegen ist die vielgefeierte Intel-Großansiedlung – zumindest vorerst – gescheitert, ebenso die Wolfsspeed-Fab im Saarland.
Autor: hw
Quellen: SIA, Wikipedia, Oiger-Archiv

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