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KI-Chips, Windkraft und Krebstherapie: Budget für Sprungagentur vervierfacht

Techifab bestückt Chipträger mit Memristor-Bauelementen. Foto: Frische Fische / Technifab
Von Sprind gefördert: Techifab bestückt Chipträger mit Memristor-Bauelementen. Foto: Frische Fische / Technifab

Sprind in Sachsen soll technologischen Wettlauf der Deutschen mit USA, China & Co. im Schwung bringen

Leipzig, 31. Januar 2025. Neuronale Chips und Beschleuniger für Künstliche Intelligenz (KI) „Made in Saxony“, aber auch das wohl höchste Windrad der Welt gehören zu den ambitionierten sächsischen Projekten, die die „Bundesagentur für Sprunginnovationen“ („Sprind“) in Leipzig betreut. „Wenn wir als Europäer unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen wir vor allem technologischen Vorsprung aufbauen“, lobte der neue sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) bei einem Vor-Ort-Besuch. „Sprind ist ein gelungenes Beispiel, wie es funktionieren kann.“

Panter: Trumps Drohungen und Chinas Hightech-Kurs sind Weckrufe für Deutschland

Hintergrund: Gegenüber China, den USA und anderen globalen Konkurrenten verliert Deutschland auf vielen Sektoren seine einstigen technologischen Führungspositionen. Zudem tun sich die Deutschen schwer damit, wegweisende Grundlagenforschung rasch in kommerziell verwertbare Innovationen umzumünzen. Daher hatte der Bund „Sprind“ 2019 in Sachsen als eine Art deutsches, aber ziviles Pendant zur „Darpa“ gegründet – eine US-amerikanische Militär-Agentur, die wegweisende Innovationen finanziert und steuert. „Es muss uns besser gelingen, Innovationslücken zu schließen“, umreißt Minister Panter den Grundgedanken dahinter. Es gehe dabei um mehr als um die Geschäftsideen von übermorgen. „Trumps Zoll-Drohungen und Chinas Griff nach den Weltmärkten auch bei Hightech sind ein Weckruf für Deutschland und Europa.“

Agentur-Budget vervierfacht

Echte Sprunginnovationen hat die Sprind bisher zwar noch nicht hervorgebracht, aber zahlreiche Projekte angeschoben, die zumindest das Potenzial dafür haben, sei es nun in der Quantencomputer-Technik, KI, Kernfusion, Neuroelektronik oder Krebstherapie. Und der Bund schießt auch weiter Geld nach: Seit 2021 hat sich das Sprind-Budget auf mittlerweile rund 220 Millionen Euro mehr als vervierfacht.

„Transfer von wissenschaftlicher Exzellenz in Wertschöpfung“

Die Ansiedlung der Innovationsagentur in Sachsen habe sich jedenfalls als richtig erwiesen, argumentiert derweil Gründungsdirektor Rafael Laguna de la Vera: „Die Halbleitertechnologie und -industrie ist sicher das herausragendste Beispiel in Sachsen für den gelungenen Transfer von wissenschaftlicher Exzellenz in Wertschöpfung und Wohlstand. Darüber hinaus hat Sachsen auch in anderen Zukunftstechnologien wie Umwelttechnik oder Chemie herausragendes Know-how.“

Hanna Ojanen von Carbo Culture (links), Jason Cole von Macrocarbon und Philipp Hahn von Enadyne haben sich für die zweite Runde im Wettbewerb „Carbon-to-Value“ der Bundessprungagentur qualifiziert. Foto: Felix Adler für Sprind
Hanna Ojanen von Carbo Culture (links), Jason Cole von Macrocarbon und Philipp Hahn von Enadyne haben sich für die zweite Runde im Wettbewerb „Carbon-to-Value“ der Bundessprungagentur qualifiziert. Foto: Felix Adler für Sprind

So kooperiert Sprind beispielsweise im Freistaat mit Techifab und Semron, die an neuartigen KI-Chips arbeiten. „Das Leipziger Unternehmen Enadyne entwickelt neue Verfahren, um aus Kohlendioxid Rohstoffe für die chemische Industrie zu gewinnen“, nennt das sächsische Wirtschaftsministerium weitere Beispiele. „Die Dresdner Firma Gicon errichtet im Auftrag der Sprind in Klettwitz die höchste Windenergieanlage der Welt mit einer Nabenhöhe von 300 Metern, die bereits in diesem Jahr in Betrieb gehen wird.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Sprind, SMWA, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger