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Neue Spitze für Gedenkstätte in Ex-Stasi-Zentrale Dresden

Der Politikwissenschaftler Henry Krause ist seit Sommer 2020 Vorsitzender im Trägerverein der Gedenkstätte in der ehemaligen MfS-Bezirksverwaltung Dresden. Foto: Pawel Sosnowski für den Trägerverein

Der Politikwissenschaftler Henry Krause ist seit Sommer 2020 Vorsitzender im Trägerverein der Gedenkstätte in der ehemaligen MfS-Bezirksverwaltung Dresden. Foto: Pawel Sosnowski für den Trägerverein

Der Politologe Krause folgt auf Ex-OB Wagner

Dresden, 14. Juli 2020. Der Politologe Henry Krause ist neuer Vorsitzender im Trägerverein der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden. Das hat der Verein „Erkenntnis durch Erinnerung“ mitgeteilt. Krause löst den ehemaligen Dresdner Oberbürgermeister Herbert Wagner ab, der nicht mehr kandidieren wollte.

Blick in die ehemalige U-Haft-Anstalt der Stasi in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Blick in die ehemalige U-Haft-Anstalt der Stasi in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Wer noch im Vorstand ist

„Die Erfahrung der Diktatur kann auch in der Demokratie helfen, Herausforderungen zu bestehen“, betonte Henry Krause. „Deswegen möchten wir die Gedenkstätte als einen Ort des Gedenkens, der historisch-politischen Bildung und der Begegnung kontinuierlich weiterentwickeln.“ Sein Vize wird der aus Münster stammende Jurist Oliver von Gregory sein. Außerdem gehören zum neuen Vereinsvorstand Britta Benkißer, Konrad Felber, Ulrike Gärtner, Franz-Joseph Hille, Heiko Neumann und Ilona Rau.

Über Krause

Henry Krause wurde 1963 in Altenburg/Thüringen geboren. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch in Bulgarien wurde er 1981 verhaftet. Nach dem Ende der Haftstrafe und Entlassung in die DDR reiste er 1984 in die Bundesrepublik Deutschland aus. In Berlin holte er sein Abitur nach und studierte an der Freien Universität Politikwissenschaft sowie Katholische Theologie. Seit 1997 ist er in verschiedenen Positionen im Dienst für den Freistaat Sachsen tätig.

Herbert Wagner vor der Gedenkstätte. Foto: Heiko Weckbrodt

Herbert Wagner vor der Gedenkstätte. Foto: Heiko Weckbrodt

Wagner hatte Gedenkstätte wesentlich mitgeprägt

Unter Wagner, der während der Wende an der Besetzung der Stasi-Zentrale durch Demonstranten beteiligt war, waren das MfS-Verwaltungsgebäude mit dem Festsaal sowie große Teile des sowjetischen Kellergefängnis („Fuchsbau“) zu einer Gedenkstätte zusammengefügt und zu großen Teilen saniert worden. Zudem hatte er dafür gesorgt, dass dieser Teilkomplex der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung Dresden unter Denkmalschutz gestellt wurde. Seit diesem Neuausrichtungen Umbauten haben sich die Besucherzahlen etwa 30.000 pro Jahr verdoppelt, teilte der Verein mit.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Trägerverein, Oiger-Archiv