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Ifo: Sachsens Wirtschaft ist geschrumpft, legt 2025 aber wohl leicht zu

Das Konjunktur-Barometer deutet laut Ifo einen leichten Aufschwung an. Grafik: Dall-E und hw
Das Konjunktur-Barometer deutet laut Ifo eine leichte Erholung für 2025 in Sachsen an. Grafik: Dall-E und hw

Forscher legen neue Prognose in Dresden vor

Dresden, 19. Dezember 2024. Sachsens Wirtschaft ist in diesem Jahr um 0,5 Prozent geschrumpft und wird dieses Minus auch im kommenden Jahr nicht wettmachen können: Für 2025 ist nur ein leichtes Wachstum um 0,4 Prozent zu erwarten. Das prognostizieren die Ökonomen vom „Ifo“ in Dresden.

„Konzentration auf die Automobilwirtschaft macht sich negativ bemerkbar“

Vor allem der einstige Wachstumsmotor im Freistaat, die Industrie, schwächelt. „Vor allem die Konzentration auf die Automobilwirtschaft macht sich hier negativ bemerkbar“, schätzen die Ifo-Konjunkturforscher Joachim Ragnitz und Robert Lehmann ein.

Wegfall der „Umweltprämie“ traf Sachsens VW-Werke besonders hart

Hintergrund: Die deutsche Autoindustrie steckt in einer tiefen Krise. Und die trifft ganz besonders die Volkswagen-Werke in Zwickau und Dresden, die VW zuvor ganz auf Stromer umgerüstet hatte. Vor allem, seitdem die Bundesampel keine Kaufsubventionen für Elektroautos mehr bezahlen konnte, ist der Elektroauto-Absatz drastisch eingebrochen. Die Auslastungsprobleme bei VW frisst sich wiederum durch die gesamte Wertschöpfungskette der Zulieferbetriebe. Hinzu kommen die Probleme, mit denen die gesamte Industrie seit geraumer Zeit ringt: Hohe Energie- und Personalkosten, Inflation, immer mehr Bürokratie, Fachkräftemangel und eine immer stärkere Konkurrenz aus China. Gegen den Trend wächst in Sachsen derzeit vor allem die Mikroelektronik – doch die kann die schweren Einbußen anderer Branchen nicht ausgleichen.

Ostdeutschland zehrt vom Binnenmarkt

Etwas anders sieht es für Ostdeutschland im Ganzen aus: Anders als Sachsen ist die Wirtschaft in anderen Bundesländern hier weniger industrie-orientiert, sondern stärker an die Kauflaune der End-Konsumenten gekoppelt. Da die zuletzt wieder zugelegt hat, ist die ostdeutsche Wirtschaft insgesamt in diesem Jahr um etwa 0,3 Prozent gewachsen und wird 2025 um weitere 0,7 Prozent zulegen. „Insbesondere die Dienstleistungsbereiche in Ostdeutschland expandieren kräftig, und die schwächelnde Industrie hat hier insgesamt weniger Gewicht“, meint Joachim Ragnitz. Robert Lehmann vom Ifo München ergänzt: „Der Strukturwandel im Verarbeitenden Gewerbe trifft zwar auch die ostdeutsche Wirtschaft, jedoch aufgrund ihrer Spezialisierung mit geringerer Intensität.“

Autor: hw

Quelle: Ifo Dresden

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger