„Phabulous“: Warnbilder auf Fenstern nur fürs Vogelauge sichtbar

Fraunhofer Dresden entwickelt mit Partnern neuartige Vogelschutz-Folien für Glasfassaden
Dresden, 29. November 2024. Damit weniger Vögel im Flug gegen Fensterscheiben knallen und sich verletzen, hat Fraunhofer Sachsen gemeinsam mit der österreichischen Forschungsgesellschaft „Joanneum Research“ und weiteren Partnern eine Schutzfolie entwickelt, deren Muster von Menschen kaum, aber von Vögeln sehr deutlich als Warnsignal erkannt werden. Das geht aus einer Mitteilung des Fraunhofer-Instituts für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) hervor.
Ultraviolett-Muster durch Nanobeschichtung
Die Ingenieure erzeugen für das Projekt „Phabulous“ mit Nanobelichtern, Plasma-Ätzern und Beschichtern besondere mikro- optische Strukturen auf den Scheiben-Folien, die größtenteils nur für Vogelaugen sichtbar sind, die – anders als das menschliche Auge – auch ultraviolette Muster wahrnehmen können. Diese Folien lassen sich dann großformatig auf Glasfassaden, Solaranlagen und andere Flächen aufkleben, damit fortan Vögel rechtzeitig abdrehen, bevor es zu einem Aufprall kommt.
„Vögel können den Unterschied deutlich wahrnehmen“
„Uns ist ein besonderer Erfolg in der Entwicklung einer neuartigen Vogelschutzfolie gelungen“, ist FTP-Forscher Dr. Matthias Fahrland überzeugt. „Wir haben durch die Ausrüstung von Kunststofffolien mit mikrobiotischen Strukturen im Rolle-zu-Rolle-Verfahren ein optisches Erscheinungsbild erreicht, das sich deutlich von dem unbearbeiteter Folien unterscheidet. Eine Applikation auf Glasfassaden bewirkt, dass Vögel die Flächen leichter erkennen und so Kollisionen vermieden werden können. Das Besondere ist dabei: der für den Menschen sichtbare Kontrast ist dezent, denn am stärksten unterscheiden sich die Folien im ultravioletten Spektralbereich, für den das menschliche Auge unempfindlich ist. Vögel hingegen können den Unterschied deutlich wahrnehmen.“
Quellen: Fraunhofer FEP, Wikipedia

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