Zachert kündigt Millioneninvestitionen in Döbeln an

DAMB-Fabrik soll wieder Komplettanbieter von Agraranlagen werden
Döbeln, 8. November 2024. Der neue Eigentümer Olaf Zachert will einen zweistelligen Millionenbetrag in Anschaffung, Ausbau und Modernisierung der „Döbelner Anlagen- und Maschinenbau GmbH“ (DAMB) sowie in Zukäufe investieren, um das Unternehmen wieder zum Anbieter kompletter landwirtschaftlicher Verarbeitungsanlagen zu machen. Das hat der Unternehmer im Oiger-Gespräch angekündigt. In den nächsten fünf Jahren soll die DAMB demnach ihre Umsätze auf 40 bis 50 Millionen Euro verachtfachen und ihre Belegschaft vergrößern.
„Sehe großen Bedarf“
„Ich sehe einen großen Bedarf für die Anlagen aus Döbeln“, sagt er: Irgendwann werde der Krieg in der Ukraine enden und sich die Lebensmittel-Wirtschaft wieder erholen. „Dann werden all die Investitionen in landwirtschaftliche Anlagen, die sich jetzt stauen, auch ausgelöst“, ist Zachert überzeugt. Und dann werde der Konjunkturmotor auch für die DAMB anspringen.
Nach der Wende gegründet, dann zeitweise Konzerntochter, nun wieder selbständig
Das Döbelner Unternehmen hat nach Einschätzung eines hohe Expertise im Entwurf und in der Produktion solcher Anlagen – aber eben auch eine sehr wechselvolle Geschichte seit der Wende durchgemacht: Der bayrische Anlagenbauer Schmidt-Seeger hatte die Maschinenbau-Fabrik in Döbeln 1993 als Zweigwerk errichtet. Ab 2010 gehörte das Werk zur Schweizer Bühler-Gruppe. Die profilierte den einstigen Komplettanlagen-Hersteller zum Bauteile-Produzenten um.

Dies will der 47-jährige neue Eigentümer Zachert nun de facto wieder zurückdrehen: Er hatte zunächst das Anlagenvermögen der Fabrik im Sommer 2024 gekauft und die Werkhalle zunächst nur angemietet – nun kauft er die beim vorherigen Eigentümer Bühler auch noch nach. Ein Neubau neben dieser Werkhalle soll demnächst die Büroflächen für ein wieder eigenständiges Unternehmen mit eigener Leitung, Entwicklungsabteilung und Vertrieb schaffen. Außerdem möchte Zachert mit gezielten Firmen-Zukäufen in der Region und in ganz Deutschland dem Döbelner Werk rasch die Fähigkeit zurückgeben, komplette Getreidesilos,Mähdrescher-Siebe und andere landwirtschaftliche Anlagen wieder selbst herzustellen. De facto ist die DAMB nach der Loslösung von Bühler im Moment vor allem ein Metallbau-Auftragsfertiger. Auch die derzeit 78 Menschen umfassende Belegschaft soll im Zuge der Neuprofilierung um etwa 50 Köpfe wachsen. „Der Hauptsitz ist und bleibt dabei in Döbeln“, betont der neue Eigner.
Neuer Eigentümer beteuert: Ich bin keine Heuschrecke
Olaf Zachert selbst war früher in der Medienbranche tätig, dann als Unternehmer. 2018 gründete er seine Beteiligungsgesellschaft, die heute als „Zachert Private Equity GmbH“ (ZPE) in Grünheide bei Berlin angesiedelt ist. Als „Heuschrecke“ versteht er sein Unternehmen aber ausdrücklich nicht: Ihm gehe es darum, das Werk in Döbeln zu erhalten, Investitionsstaus aus der Zeit der Konzern-Zugehörigkeit beseitigen und es für die Zukunft fit zu machen, nicht aber, es zu filetieren oder schnell wiederzuverkaufen, beteuert er auf Oiger-Anfrage. Und er sieht großes Potenzial am Standort: „Die Menschen hier liefern Top-Qualität ,Made in Germany’ und haben darin 32 Jahre Erfahrung“, schätzt Zachert ein. „Das wahre Kapital hier liegt in den exzellenten Arbeitnehmer und dem großen Know-how im Unternehmen.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: DAMB, Interview Zachert, Oiger-Archiv, Linkedin, Northdata

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