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Zuse Thüringen will Preise für Metall-3D-Drucker deutlich drücken

Filigrane und komplexe Strukturen aus dem 3D-Drucker sind zum bei diesem Aerospike-Raketentriebwerk, das das Fraunhofer IWS gemeinsam mit dem Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden aus einem Metallpulverbett erzeugt. Foto: Christoph Wilsnack für das Fraunhofer-IWS
Metall-3D-Druck geschieht heute meist per Laser im Pulverbett – wie hier dieses Aerospike-Raketentriebwerk vom Fraunhofer IWS und dem Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden, per Auftragsschweißen oder Draht-Aufschmelzen. Foto: Christoph Wilsnack für das Fraunhofer-IWS

Filamente aus Kunststoff mit hohem Metallanteil sollen additive Produktion vereinfachen

Rudolstadt, 11. Oktober 2024. Thüringer Zuse-Forscher entwickeln derzeit Metall-3D-Drucker, die weit billiger und umweltfreundlicher als bisher verfügbare Lösungen sein sollen. Das hat die Zuse-Gesellschaft mitgeteilt. Im Verbundprojekt „Mexwer“ wollen sie konkret additive Fertigungsgeräte konstruieren, die ähnlich wie handelsübliche Kunststoff-3D-Drucker mit metallischen Endlos-Filamenten gefüttert werden.

Heutige 3D-Drucker kosten oft über 100.000 Euro

Hintergrund: Die meisten Metall-3D-Drucker sind immer noch sehr teuer, viele dieser Anlagen kosten über 100.000 Euro. In ihnen schmilzt meist ein leistungsstarker Laser Metall-Teilchen in einem Pulverbett oder aus Drahtspulen auf. Damit lassen sich beispielsweise komplex geformte Bauteile aus Stahl, Titan, Kupfer oder anderen Metallen schichtweise erzeugen, die sich mit Fräsen, Bohrern oder anderen abtragenden Maschinen oft nur sehr schwer oder gar nicht herstellen lassen – und dies ohne den Bau aufwendiger Spezial-Werkzeuge. Entsprechend groß ist das Interesse an diesen additiven Fertigungstechnologien vor allem im Prototypen-, Werkzeug- und Automobilbau, aber auch bei Kreativen jenseits der Industrie – wenn da nur nicht der Preis wäre.

Kreislaufwirtschaft und Öko-Lösungen im Fokus

Daher haben sich nun drei industrienahe Forschungsinstitute in Thüringen zusammengetan, die in der Zuse-Gesellschaft organisiert sind: das „Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung“ (TITK) aus Rudolstadt, das „Günther-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung“ (Ifw) aus Jena und die „Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung“ (GFE) aus Schmalkalden. Sie wollen zusammen eine „kreislaufoptimierte Prozesskette für die additive Fertigung von metallischen Werkzeugkomponenten über Materialextrusion“ entwickeln – eben „Mexwer“.

3D-Drucker. Foto: Heiko Weckbrodt
3D-Drucker. Foto: Heiko Weckbrodt

Im Fokus stehen dabei neue und umweltfreundliche Rezepte für Filamente, die größtenteils aus dem Ziel-Metall bestehen, aber eben durch Kunststoff wie in einem Schlauch zusammengehalten werden. Dadurch lassen sich diese Materialträger leicht aufrollen und dann in Filament-3D-Druckern verarbeiten. „Nach dem Verdrucken der Filamente wird der Kunststoff erst über Lösungsmittel und dann thermisch entfernt“, erklären die Forscher ihr Konzept. „Nach einem sich anschließenden Sinterprozess liegt ein dichtes, rein metallisches Bauteil vor.“

„Am Markt verfügbare 3D-Druck-Filamente erfordern zum Entbindern entweder toxische und brennbare Lösungsmittel oder sehr aufwendige Ofenprozesse zum Sintern“, erläutert TITK-Projektleiter Edgar Merting. „Bei unseren Filamenten kann die Lösungsmittel-Entbinderung vor dem Ofenprozess mit Wasser oder wasserbasierten Lösungsmitteln stattfinden.“

Autor: hw

Quellen: Zuse, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger