Hersteller: Wärmepumpe kann 38 % billiger laufen als Gasheizung

„Stiebel Eltron“ verweist auf Verivox-Vergleich
Holzminden, 22. Juli 2024. Wer eine moderne Wärmepumpen im Haus hat, kann bei den derzeit gesteckten staatlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen etwa 38 Prozent der Gaskosten sparen, die ansonsten eine Gasheizung mit vergleichbarer Leistung verursachen würde . Das schätzt – nicht ganz uneigennützig – „Stiebel Eltron“ aus Holzminden ein. Der Wärmepumpen-Hersteller stützt sich dabei auf eine Vergleichsanalyse des Verbraucherportals „Verivox“.
Steuern, Umlagen und CO2-Abgaben auf Gas steigen
Wichtige Gründe für diese Kostendifferenz sind laut Stiebel Eltron der Mehrwertsteuersatz für Gas, der seit April wieder bei 19 Prozent liegt, und die im Juli 2024 gestiegene Gasspeicherumlage. Ab 2025 werde zudem die CO2-Abgabe für Gas steigen. Zudem könnten private Haushalte mit Wärmepumpen meist spezielle Heizungs-Stromtarife bei ihrem Energie-Anbieter abschließen, die oft 20 Prozent günstiger als Haushaltsstrom sind. Voraussetzung ist dafür aber ein eigener Stromzähler an der Wärmepumpe. „Das lohnt sich im Neubau meist nicht, weil der Verbrauch insgesamt so niedrig ist“, meint Diplom-Ingenieur Henning Schulz von „Stiebel Eltron“. „Im Bestand sieht das ganz anders aus – wer viel Wärme benötigt, um ein Haus zu beheizen, kann durch den Umstieg auf die Wärmepumpe inklusive separatem Stromzähler richtig viel Geld sparen.“
Verivox: 630 Euro sind pro Jahr möglich
Laut Verivox zahlen Neukunden mit einer Gasheizung und einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) aktuell rund 1658 Euro. Mit einer effizienten Wärmepumpe seien dies etwa 630 Euro oder 38 Prozent weniger Ausgaben. „Moderne Wärmepumpen arbeiten äußerst effizient und erzeugen aus einer kWh Strom etwa 3 bis 4 kWh Heizwärme“, betont Henning Schulz. Die Energiedifferenz holt sich die Wärmepumpe aus Luft, Erdreich oder Grundwasser.
Ob oder wann je wieder billiges Gas aus Russland kommt, ist nicht absehbar
Ein Hintergrund der hohen Gaspreise in Deutschland sind die gesprengten Pipelines zwischen Russland und Deutschland in der Ostsee und die EU-Sanktionen gegen Russland.: Nicht absehbar ist, ob oder wann jemals wieder billiges russisches Erdgas Deutschland über die sabotierten Pipelines erreicht. Anderseits hatte Ex-US-Präsident Donald Trump (Republikaner) in seiner ersten Amtszeit von den Deutschen gefordert, mehr teures Fracking-Gas aus den USA zu kaufen. Inzwischen hat die deutsche Regierung gehorcht und nach und nach die Infrastrukturen für das in Flüssigform gelieferte Gas aufgebaut. Als US-Präsidentschafts-Kandidat orakelt Trump nun aber über mögliche Lieferrestriktionen und Zölle auf Gaslieferungen. Diese und weitere politische Weichenstellungen haben Erdgas in Deutschland stark verteuert. Dieser Trend wird sich wahrscheinlich auch auf Jahre fortsetzen.
Autor: hw
Quellen: Stiebel Eltron, Oiger-Archiv

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