20 Millionen Euro für Wasserstoff-Leitungen in Sachsen

Bund und Länder verteilen Ipcei-Milliarden für Verteilernetze, Speicher und Elektrolyseure
Leipzig/Berlin, 15. Juli 2024. Damit sich Sachsen an die entstehenden Wasserstoff-Netze ankoppeln und dafür Verteiler-Leitungen bauen kann, bekommt der Fernleitungs-Netzbetreibers „Ontras“ aus Leipzig nun rund 20 Millionen Euro von Bund und Land. Das geht aus Mitteilungen von Bundes-Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und vom sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hervor.
Dritte Verteilrunde für Wasserstoff-Sonderprojekte
Das Geld gehört zu den Förderprogrammen für „Wichtige Projekte von gemeinsamem europäischen Interesse“ (Ipcei) im Wasserstoffsektor (H2). Insgesamt verteilen Bund und Länder in dieser dritten Runde für die „Hy2Infra“-Ipeceis Fördermittel für 23 Projekte. In Summe geben Bund, Länder und EU rund 4,6 Milliarden Euro Fördergelder für die Wasserstoff-Ipeceis. Die damit bedachten Unternehmen wollen laut Habeck weitere 3,3 Milliarden Euro investieren. „Inklusive der Förderung durch Bund und Länder beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen bis 2030 etwa 7,9 Milliarden Euro“, hieß es heute aus dem Bundeswirtschafts- und klimaministerium (BMWK). Die Gelder fließen teils in den Bau großer Elektrolyseure mit insgesamt bis zu 1,4 Gigwatt (GW) Leistung, in Wasserstoff-Speicher für bis zu 370 Gigawattstunden (GWh) sowie Wasserstoff-Leitungen und -Transportlösungen.

Ontras Leipzig will Sachsen an europäische H2-Netze anschließen
Konkret in Sachsen will Ontras mit dem Ipcei-Geld die Projekte „Doing Hydrogen“ und „Green Octopus Mitteldeutschland“ kofinanzieren. In diesem Zuge bekommt der Freistaat Leitungsverbindungen zu künftigen Wasserstoff-Lieferanten in West- und Osteuropa sowie an der Ost- und Nordsee. „Damit kann Wasserstoff erstmals in großen Mengen über weite Strecken transportiert werden“, schätzt das Wirtschaftsministerium in Dresden ein. „Das ist notwendig, um Stahlwerke, Chemieanlagen und Kraftwerke fit für die Zukunft zu machen und einseitige Abhängigkeiten bei den Lieferbeziehungen zu vermeiden“. Sachsen selbst finanziere sechs der versprochenen 20 Millionen Euro Zuschüsse.

Wirtschaftsminister sieht Wasserstoff als künftigen „Kernbaustein“ für Industrie-Versorgung
„Wasserstoff wird künftig ein Kernbaustein vor allem für die Energieversorgung unserer Industrie sein“, kommentierte Martin Dulig den Teilzuschlag für Sachsen. „Mit dem gemeinsamen Start der Pipeline-, Speicher- und Elektrolyseurprojekte des Ipcei-Wasserstoff beginnt jetzt der Aufbau der neuen, klimafreundlichen und zukunftssicheren Wasserstoffversorgungsarchitektur.“

Ipcei-Geld floss zuvor auch bereits an Sunfire Dresden
Zuvor hatten sächsische Unternehmen bereits in früheren Ipcei-Runden Millionenzuschüsse bekommen. Dazu gehörte beispielsweise der Elektrolyseur-Hersteller „Sunfire“ aus Dresden. Das Unternehmen erhielt in diesem Zuge 162 Millionen Euro „für den Aufbau der industriellen Serienfertigung von Elektrolyseuren im Gigawattmaßstab in Sachsen“.
Autor: Oiger
Quellen: SMWA, BMWK, Wikipedia, Oiger-Archiv

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