NewsWirtschaftspolitikzAufi

Hoffnung auf „Nettonull“-Sonderwirtschaftszone in der Lausitz

In "Schwarze Pumpe" entsteht ein C irececon-Forschungszentrum für Kreislaufwirtschaft. Visualisierung: Dall-E
In der Lausitz und speziell in „Schwarze Pumpe“ sind bereits Ökoförderprojekte wie ein Cirececon-Forschungszentrum für Kreislaufwirtschaft in Arbeit. Visualisierung: Dall-E

Dresdner IHK-Präsident sieht „Riesenchance für die Region“

Dresden/Schwarze Pumpe, 5. Juni 2024. Wirtschaftsvertreter und Politiker aus Sachsen würden gerne in der Lausitz eine Sonderwirtschaftszone mit geringer Bürokratie und Extrazuschüssen einrichten. Nach einem Besuch von EU-Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton in Schwarze Pumpe sieht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden gute Möglichkeiten dies zu erreichen, wenn die EU das ostdeutsche Kohleausstiegs-Revier als „Net Zero Valley“ (Nettonull-Tal) einstuft. „Das ist eine Riesenchance für die Region“, betonte IHK-Präsident Andreas Sperl.

EU möchte „Net Zero Valleys“ als Beispielregionen für ihren „Green Deal“

Hintergrund: Die EU-Kommission plant im Zuge ihres Nettonull-Industriegesetzes („Net Zero Industry Act“) unter anderem ausgewählte Pilotregionen beim umweltfreundlichen Umstieg unterstützen. Diese „Net Zero Valleys“ sollen vorexerzieren, wie sich die Wirtschaft einer ganzen Gegend so umwandeln lässt, das sie rechnerisch per Saldo keine Treibhausgase erzeugt (das meint die EU mit der „Nettonull“).

Befürworter rechnen mit weniger Bürokratie und mehr Fördergeld

Wie genau solch ein Nettotal-Tal aussehen und welche Vorteile sich daraus ergeben werden, steht zwar noch nicht fest – aber in Sachsen sind viele ganz versessen darauf. Eine Sonderwirtschaftszone wie seinerzeit in China oder Vietnam mit geringeren Steuern und mehr Marktwirtschaft ist wohl nicht zu erwarten. IHK-Präsident Sperl rechnet aber mit einfacheren Zugängen zu EU-Fördertöpfen, vereinfachten Verwaltungsverfahren und Sonderzuschüsse für die Personal-Qualifizierung.

Die Kammern Dresden und Cottbus wollen sich jedenfalls gemeinsam um einen EU-Zuschlag bemühen und haben dazu auch ein Positionspapier verfasst. Im Fokus soll das Konzept stehen, eine Braunkohle-Region in eine Gegend zu verwandeln, in der Anlagen für eine umweltfreundliche Wirtschaft entwickelt und gebaut werden, seien es nun Elektrolyseure oder Akkus.

Autor: hw

Quellen: IHK DD, IHK Cottbus, EU

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger