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Jeder Zweite fühlt sich durch Infoflut aus dem Netz überfordert

Die "AuSZeit jetzt"-App der Sächsischen Zeitung ist darauf ausgerichtet, die aktuelle Nachrichtenlage fix per Smartphone zu sichten. Foto: hw

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Bitkom: Medienkompetenz beginnt in der Schule

Berlin, 22. Mai 2024. Vielen Deutschen fällt ist immer schwerer, in der Fülle aus Nachrichten, Quellen und Informationen im Internet noch den Überblick zu bewahren. Das hat ein Umfrage des deutschen Digitalverbandes „Bitkom“ aus Berlin ergeben. Demnach fühlt sich die Hälfte häufig überfordert. 58 Prozent wissen oft nicht, welchen Nachrichten im Internet sie vertrauen können. 62 Prozent reduzieren ihren Nachrichtenkonsum manchmal bewusst, wenn sie die Informationsflut überfordert.

Vielen fällt es schwer, Fälschungen zu erkennen

„Eine funktionierende Demokratie braucht informierte Bürgerinnen und Bürger“, betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Angesichts der zunehmenden Menge an Informationen aus einer stetig wachsenden Anzahl journalistischer und nicht-journalistischer Quellen im Netz ist es für viele Menschen schwer geworden, Tatsächliches von Falschem zu unterscheiden.“ Vielen gelinge es nicht mehr, sich im Nachrichtenstrom zurechtzufinden. „Überforderung und ein daraus resultierender Nachrichten-Eskapismus sind insbesondere in Kriegs- und Krisenzeiten zwar nachvollziehbar, ebnen auf lange Sicht aber Desinformation und Fake News den Weg. Wir brauchen deshalb eine umfassende Stärkung der Medienkompetenz, die in der Schule beginnen muss und im Alter nicht aufhören darf.“

Ähnliches hatte erst kürzlich die sächsische Wirtschafts-Staatssekretärin Ines Fröhlich (SPD)  gefordert: KI-Themen sollten demnach in Unterricht und andere Bildungsangebote stärker eingebaut werden, damit junge Menschen einerseits lernen, Fake-News und -Bilder leichter zu erkennen – und um anderseits auch Kompetenzen beim Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ zu erlernen.

Internet ist eine zentrale Nachrichtenquelle

Insgesamt konsumieren 90 Prozent der deutschen Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren online Nachrichten zu aktuellen Ereignissen und dem Zeitgeschehen aus Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Sport oder Kultur. Das entspricht rund 55 Millionen Menschen. Die Frage danach, welche Quellen sie dafür in der Regel aufrufen, ergibt ein vielfältiges Bild: Am meisten werden Nachrichten-Webseiten oder Apps genutzt (78 Prozent). Dahinter folgen soziale Medien, über die sich 44 Prozent informieren. Ein Viertel (27 Prozent) informiert sich über Messenger-Dienste, 26 Prozent per Video über YouTube-Kanäle und 18 Prozent hören Podcasts zu aktuellen Ereignissen bzw. dem Zeitgeschehen. 17 Prozent haben E-Mail-Newsletter oder spezielle Briefings abonniert.

Spiegel, Bild, FAZ und Co. sind mit ihren Netzauftritten als Nachrichtenquelle beliebt. Grafik: Bitkom

Spiegel, Bild, FAZ und Co. sind mit ihren Netzauftritten als Nachrichtenquelle beliebt. Grafik: Bitkom

Online-Seiten klassischer Medien bevorzugt

47 Prozent informieren sich in der Regel über Webseiten und Apps von klassischen überregionalen, lokalen oder internationalen Printmedien, also etwa spiegel.de, bild.de, faz.net und anderen. 44 Prozent informieren sich über Webseiten oder Apps von öffentlich-rechtlichen sowie privaten Fernseh- und Radiosendern, etwa tagesschau.de, wdr.de, n-tv.de und anderen. Dahinter folgen die Startseiten von Internetzugangsprovidern wie t-online.de, gmx.de oder web.de (35 Prozent), Webseiten oder Apps von Fachmedien beispielsweise zu Themen wie Mobilität oder Sport (21 Prozent) sowie News-Webseiten, die ausschließlich online erscheinen (16 Prozent). 11 Prozent geben an, sich auf Seiten von Redaktions- und Rechercheverbünden wie correctiv.org u.a. zu informieren.

Quelle: Bitkom

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt