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Ein Drittel weiß nichts über „Deep Fakes“

KI-Werkzeuge machen Fälschungen immer leichter. Grafik: hw
KI-Werkzeuge machen Fälschungen immer leichter. Grafik: hw

Bitkom-Umfrage: Fälschungsmöglichkeiten mit modernen KIs sind vielen nicht klar

Berlin, 17. Mai 2024. Berühmte Musikerinnen wie Taylor Swift räkeln sich vermeintlich nackt im Netz, Donald Trump sitzt im Gefängnis und die dänische Premierministerin verkündet in einem täuschend echt wirkenden Video den Dänen die Abschaffung nahezu aller Feiertage – außer den muslimischen. All dies sind KI-generierte Fälschungen, die in den vergangenen Monaten im Internet die Runde machten. Doch was dort dahinter steckt, ist den meisten Deutschen ein Mysterium: Rund ein Drittel hat noch nie etwas von „Deep Fakes“ gehört. Und das liegt nicht allein daran, dass dies ein Anglizismus ist. Denn nur 22 Prozent können einigermaßen erklären, was hinter solchen meist mit KI-Hilfe gefälschten oder stark manipulierten Bildern oder Videos steckt. Das hat eine Umfrage des deutschen Digitalwirtschafts-Verbandes „Bitkom“ aus Berlin ergeben.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Foto: Bitkom
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Foto: Bitkom

Fälschungen sind zum Massenphänomen mutiert

„Deepfakes sind längst ein Massenphänomen“, schätzt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder ein. „Es braucht ein breites Bewusstsein dafür, dass sie existieren und mitunter gezielt eingesetzt werden, um Personen zu verunglimpfen, Wahlen zu beeinflussen oder die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Wir müssen dieses und andere wichtige Schlagworte der Digitalisierung allen Menschen verständlich machen“, forderte er mit Blick auf den am 7. Juni anstehenden „Digitaltag“, dessen Schwerpunktthema diesmal „Künstliche Intelligenz“ (KI) ist.

KI als Schul-Lernstoff?

Auch mit Blick auf diese Entwicklungen hatte erst kürzlich die sächsische Wirtschafts-Staatssekretärin Ines Fröhlich (SPD) KI-Unterricht schon in der Schule gefordert. So sollen die Kinder beizeiten die Fähigkeit entwickeln, gefälschte Nachrichten, Bilder und Videos zu erkennen – oder zumindest die Möglichkeit einer Fälschung im Hinterkopf zu haben.

Premier Mette Frederiksen verkündete in einem Internetvideo angeblich die Abschaffung aller Feiertage außer den muslimischen in Dänemark - eine KI-gestützte Fälschung. Foto: Statsministeriet Kopenhagen
Premier Mette Frederiksen verkündete in einem Internetvideo angeblich die Abschaffung aller Feiertage außer den muslimischen in Dänemark – eine KI-gestützte Fälschung. Foto: Statsministeriet Kopenhagen

Auch Metaversum, Blockchain & Co. sind vielen ein Rätsel

Im Übrigen sind auch weitere Begriffe aus der digitalen Welt laut Umfrage vielen Menschen ein Rätsel. So ist „Ransomware“ mehr als einem Drittel (36 Prozent) fremd. 33 Prozent haben zwar von den Schadprogrammen gehört, könnten aber nicht erklären, was damit gemeint ist. 22 Prozent sehen sich in der Lage, den Begriff im Gespräch darzustellen. Ebenfalls komplett unbekannt oder nicht erklärbar: Metaversum (70 Prozent), Blockchain (65 Prozent), Kryptowährung (61 Prozent) und Chatbot (54 Prozent). Erklären können viele Deutsche nach eigener Einschätzung aber mittlerweile Cookies (74 Prozent), 5G (67 Prozent) und Künstliche Intelligenz (60 Prozent). Künstliche Intelligenz ist in diesem Jahr das des Digitaltags.

Autor: Oiger

Quellen: Bitkom, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger