Forschung, News, zAufi

Bonobo-Affen geben sich als Kinder aus

 Das Lautrepertoire der Bonobos ist eine ganze Oktave höher angesiedelt als bei Schimpansen. Foto: Cédric Girard-Buttoz, LuiKotale, D.R. Kongo


Das Lautrepertoire der Bonobos ist eine ganze Oktave höher angesiedelt als bei Schimpansen.
Foto: Cédric Girard-Buttoz, LuiKotale, D.R. Kongo

EVA-Forscher: Zwerg-Schimpansen versuchen sich durch hohe Töne kleiner zu machen als sie sind

Leipzig, 22. Oktober 2018. Zwerg-Schimpansen tragen ihren Namen wohl mit Bedacht: Diese auch Bonobos genannten Affen versuchen nämlich, durch ihre Laute kleiner zu erscheinen als sie sind. Das haben Forscher des Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (EVA) in Leipzig aus ihren Stimmhöhe-Untersuchungen an Tieren geschlussfolgert.

Gleich groß, aber höher

Demnach sind Schimpansen und Bonobos zwar etwa gleich groß. Doch die Bonobos rufen eine ganze Oktave höher als ihre Vettern, die Schimpansen.

“Baby-Sprech” von erwachsenen Menschen kein Zufall

Die EVA-Forscher verweisen hier auf einen vielfach beobachteten Zusammenhang: Tiere pendeln sich im Laufe ihre Evolution auf eine Tonhöhe ein, die etwa ihrer Körpergröße entspricht – oder auf eine etwas tiefere Tonlage. Dabei gilt die Faustregel: Je tiefer der Ton, umso größer und kompetenter wird das Tier empfunden. Auch beim Menschen sind solche Zusammenhänge beobachtbar: Unwillkürlich verfallen Erwachsene oft in ein hochtoniges „Babysprech“, wenn sie mit Kleinkindern kommunizieren. Auf die Zwergschimpansen übertragen, lässt sich vermuten, dass diese – nach menschlichen Maßstäben – “niedlicher” und harmlos zu erscheinen versuchen.

„Verhaltensstudien deuten darauf hin, dass erwachsene Bonobos Merkmale beibehalten, die für Kinder und Jugendliche typisch sind“, informierte EVA-Wissenschaftler Gottfried Hohmann. „Die unterschiedlichen Stimmlagen passen also durchaus ins Bild.“

Autor: hw